Staatsfonds Kuwait warnt vor Regulierung

Daimler-Großaktionär KIA kritisiert die in Deutschland kursierenden Warnungen vor Staatsfonds. KIA-Chef Scheich Saad sagte in einem Interview, der kuwaitische Fonds sei seit 45 Jahren in der deutschen Wirtschaft aktiv. Es habe nie einen Konflikt gegeben. Neue Gesetze könnten diese guten Beziehungen gefährden.

Hamburg - Der Chef der Kuwait Investment Authority (KIA), Bader Mohammad al-Saad, hält die Furcht vor zu großer Einflussnahme ausländischer Staatsfonds für unbegründet. "Wir sind sehr überrascht vor der Angst der Deutschen vor den Staatsfonds", sagte Al-Saad dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Sein Fonds sei seit über 45 Jahren in Deutschland vertreten, es gebe beste, jahrzehntealte Beziehungen. "Und in anderthalb Jahren hat es einen derartigen Rückschritt in den Beziehungen zu den Staatsfonds gegeben. Jetzt fühlen wir uns unwillkommen."

Es gebe keinen Grund für die plötzlichen Vorbehalte, sagte der Scheich, dessen Fonds rund 250 Milliarden Dollar verwaltet und unter anderem am Autobauer Daimler  beteiligt ist. In der Vergangenheit seien die Staatsfonds zuverlässige Partner der Unternehmen und Länder gewesen, in die sie investiert haben. Es habe keinen einzigen Konfliktfall gegeben. "Und eines Tages wacht irgendjemand morgens auf und denkt sich: Da ist eine Bedrohung, eine Gefahr. Wir werden bestraft für etwas, das wir gar nicht getan haben", sagte Al-Saad.

Mit Blick auf ein geplantes Treffen mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) an diesem Dienstag sagte Al-Saad: "Wenn er das Thema zur Sprache bringt, können wir offen und ehrlich darüber reden." Steinbrück startet am Montag zu einer mehrtägigen Reise nach Kuwait und Dubai. Dabei stehen auch Gespräche mit den Spitzen der weltgrößten Staatsfonds auf dem Programm.

Die Bundesregierung will über ein verschärftes Außenwirtschaftsgesetz unerwünschte Übernahmen durch Investoren verhindern, die nicht aus der EU stammen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fürchtet, dass Staatsfonds aus China, Russland oder den Ölstaaten über Firmenbeteiligungen auch politischen Einfluss gewinnen wollen. Diese Fonds sitzen weltweit auf Barmitteln von über 2,5 Billionen Dollar.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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