Versicherer AIG verliert acht Milliarden Dollar

Der weltgrößte Versicherungskonzern AIG hat durch die Finanzkrise zum Jahresauftakt den größten Verlust seiner Geschichte erlitten. Das Unternehmen braucht 12,5 Milliarden Dollar frisches Kapital. Eine Dividende soll es trotzdem geben.

New York - Nach erneuten Abschreibungen und Investmentverlusten von zusammen über 15 Milliarden Dollar bei Kreditpapieren stand im ersten Quartal unter dem Strich ein unerwartet großes Minus von 7,81 Milliarden Dollar, wie die American International Group (AIG)  am Donnerstagabend nach Börsenschluss in New York bekanntgab.

Für den Konzern ist dies der höchste Quartalsverlust seiner fast 90-jährigen Geschichte. AIG will sich nun eine dringend benötigte Finanzspritze von 12,5 Milliarden Dollar verschaffen.

Das Ergebnis vor Sonderposten je Aktie (EPS) stürzte von plus 1,68 US-Dollar auf minus 1,41 Dollar ab. Analysten hatten lediglich mit einem Verlust von 0,76 Dollar gerechnet. Die Nettoprämie veränderte sich nicht. Hier erzielte der Konzern nach 12,1 Milliarden Dollar im Vorjahr 12,08 Militärden Dollar.

Die Höhe der enormen Einbußen sei überraschend gewesen, gestand Konzernchef Martin Sullivan ein. Trotz der Milliardenlasten soll die Quartalsdividende um 10 Prozent auf 0,22 Dollar steigen. Der Versicherungskonzern war bereits im Schlussquartal 2007 tief in die roten Zahlen gestürzt. Im ersten Quartal 2007 hatte AIG noch 4,13 Milliarden Dollar Gewinn erzielt.

"Die Ergebnisse spiegeln nicht die eigentlich Stärke und das Potenzial von AIG wider", betonte Sullivan mit Blick auf das operative Geschäft des Konzerns. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als 5 Prozent, nachdem sie bereits im Tagesverlauf um 2 Prozent nachgegeben hatte. Seit Jahresbeginn hat AIG mehr als 20 Prozent des Börsenwerts eingebüßt.

Der Konzern bedient die gesamte Palette von Schadenspolicen bis hin zu Lebensversicherungen und ist zudem als Vermögensverwalter tätig. Zusätzlich betreibt AIG einen der weltgrößten Anbieter für Flugzeug-Leasing.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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