Toyota Die Zeit der Rekorde ist vorbei

Der erfolgsverwöhnte Autokonzern Toyota erhält Gegenwind. Das schwache US-Geschäft und der teure Yen drücken den Gewinn. Erstmals seit neun Jahren erwarten die Japaner im laufenden Geschäftsjahr kein Rekordergebnis. Im weltweiten Branchenvergleich steht Toyota dennoch gut da.

Tokio - Der größte japanische Autobauer Toyota Motor  rechnet nach einem Rekordjahr erstmals seit langem mit rückläufigen Ergebnissen. Wie Toyota-Präsident Katsuaki Watanabe am Donnerstag mitteilte, stieg der Reingewinn im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 um 4,5 Prozent auf 1,72 Billionen Yen (10,5 Milliarden Euro). Dazu habe das rapide Wachstum in Asien beigetragen. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 2,27 Billionen Yen bei einem Umsatzzuwachs von 9,8 Prozent auf den Rekord von 26,29 Billionen Yen.

Im neuen Geschäftsjahr rechnet Toyota aber erstmals seit neun Jahren mit einem Rückgang des Betriebsgewinns um 29,5 Prozent auf 1,6 Billionen Yen. Der Nettogewinn werde um 27 Prozent auf 1,25 Billionen Yen fallen, erklärte der Fahrzeughersteller.

Bereits im vierten Geschäftsquartal von Januar bis März verzeichnete Toyota einen Gewinnrückgang um 28 Prozent. Das Ergebnis sank von 440 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum auf 317 Milliarden Yen (1,98 Milliarden Euro). Dafür seien die Aufwertung des Yen und nachlassender Absatz in Nordamerika verantwortlich, hieß es. Gleichzeitig legte der Absatz um 3,8 Prozent zu. "Wir sehen uns einem schwierigen Geschäftsumfeld gegenüber", sagte Watanabe. "Toyota sieht diesen Gegenwind als wertvolle Gelegenheit, ein flexibleres und stärkeres Unternehmen zu werden."

Toyota verkauft ungefähr ein Drittel seiner Autos auf dem nordamerikanischen Markt, der unter einem schwachen Konsum und der Abwertung des Dollar leidet. Zugute kommt Toyota seine führende Stellung bei der Hybrid-Technologie. Außerdem dürfte der steigende Absatz in Asien und anderen schnell wachsenden Regionen dazu führen, dass der globale Absatz bei Toyota weiter anziehen wird.

Der japanische Hersteller gilt weltweit als Vorbild in Sachen Innovation und Profitabilität und machte im vergangenen Jahr dem US-Konzern General Motors  erstmals den Titel als weltgrößter Autohersteller streitig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verkaufte Toyota weltweit 8,91 Millionen Fahrzeuge, in diesem sollen es 9,06 Millionen sein. Im Vergleich zu den amerikanischen Autobauern, die mit Verlusten kämpfen, steht Toyota glänzend da.

Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass Toyota mit 20 Prozent bei Daimler  einsteigen wolle. Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber sagte jedoch der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe), dass an dieser Spekulation "nichts dran" sei. Daimler brauche keinen "weißen Ritter" zum Schutz vor feindlichen Übernahmen. Der größte Einzelaktionär bei Daimler ist das Emirat Kuwait mit rund 7 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, reuters und ap

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