Unicredit HVB schreibt rote Zahlen

Die HypoVereinsbank ist im ersten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Dafür sorgten Abschreibungen von fast 500 Millionen Euro. Die Konzernmutter Unicredit verdiente noch Milliarden, musste aber ihre Ziele deutlich korrigieren.

München/Mailand - Die Finanzkrise hat die Münchner Großbank Hypovereinsbank (HVB) nun doch hart getroffen und im ersten Quartal in die roten Zahlen gedrückt. Der Nettoverlust belief sich im Auftaktquartal auf 282 Millionen Euro nach einem Gewinn von 793 Millionen vor Jahresfrist, wie die zur italienischen Unicredit  gehörende Bank am Donnerstag mitteilte.

Die Zahlen waren weithin erwartet worden, nachdem Italiens größte Bank unlängst schon gewarnt hatte, im Handel werde es einen Verlust von rund 675 Millionen Euro geben. Weil bei der Hypovereinsbank gerade das Investmentbanking der ganzen Gruppe gebündelt wird, wurde der Fehlbetrag hauptsächlich den Deutschen zugeschrieben.

Ihr Handelsergebnis bezifferte die HVB nun auf minus 647 Millionen Euro. Insgesamt mussten die Münchner ihre Wertpapiere in den kritischen Märkten um 495 Millionen Euro nach unten korrigieren. Zusätzlich werden 47 Millionen Euro mit dem Eigenkapital verrechnet. Bislang hatten Unicredit und HVB die weltweite Finanzkrise ohne größere Blessuren überstanden. ie HVB-Belastungen summierten sich bis Ende 2007 auf 463 Millionen Euro, wenig im Vergleich mit anderen Geldhäusern in den USA, der Schweiz oder Deutschland.

Der zum Jahresende scheidende HVB-Chef Wolfgang Sprißler sagte, im April habe es zwar erste Signale einer Stabilisierung der Finanzmärkte gegeben. Die Situation bleibe aber nach wie vor sehr unsicher, womit sich die Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr schwer einschätzen lasse.

Die Konzernmutter Unicredit wies ihrerseits einen Rückgang der Einnahmen in den ersten drei Monaten um 16,5 Prozent auf 6,45 Milliarden Euro aus. Der Überschuss sei um 51 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro gesunken, teilte die im EuroStoxx 50  notierte HVB-Mutter am Donnerstag in Rom mit. Die Bank hatte zuletzt einen Gewinneinbruch in dieser Größenordnung angekündigt und auch Experten hatten eine Halbierung des Überschusses prognostiziert. Die operativen Erträge seien in den drei Monaten bis Ende März um 16,5 Prozent auf 6,45 Milliarden Euro gesunken.

Die Bank rechnet jetzt im Gesamtjahr mit einem Gewinn von 52 bis 56 Cent je Aktie und liegt damit deutlich unter dem zuletzt genannten Ziel von 66 Cent. Unicredit-Chef Allesandro Profumo hatte allerdings schon im März gesagt, dass diese Prognose wegen des aktuellen Kapitalmarktumfelds nicht zu halten sei. Profumo will bis Jahresende die zuletzt schwache Kernkapitalquote wieder auf sechs Prozent heben. Ende März habe diese für die Bonitätsbewertung und damit der Refinanzierungsmöglichkeiten einer Bank wichtige Kenngröße bei 5,5 Prozent gelegen. Langfristig peilt die Unicredit wieder eine Kernkapitalquote von 6,8 Prozent an.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.