Münchener Rück Sturmschäden

Der Gewinn der Münchener Rück ist im ersten Quartal um fast ein Fünftel eingebrochen. Neben Naturkatastrophen richtete vor allem der Sturm an den Börsen Schaden in der Bilanz an - obwohl der Konzern geschickt durch die Finanzkrise navigiert.

München - Die Münchener Rück  hat wegen der Schwäche an den weltweiten Börsen und Belastungen aus Naturkatastrophen zu Jahresbeginn einen Gewinnrückgang um knapp 20 Prozent hinnehmen müssen. Der Konzerngewinn habe sich im ersten Quartal auf 785 Millionen Euro summiert, teilte der zweitgrößte Rückversicherer der Welt am Donnerstag mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 779 Millionen Euro gerechnet.

Der Abwärtstrend an den Börsen machte sich in einem auf 1,7 Milliarden Euro fast halbierten Kapitalanlageergebnis bemerkbar. Im Vorjahr hatten zudem Immobilienverkäufe den Gewinn nach oben getrieben. Überschwemmungen in zwei Kohlebergwerken in Australien belasteten das erste Quartal mit jeweils fast 100 Millionen Euro vor Steuern. Der Wintersturm "Emma" kostete die Münchner rund 75 Millionen Euro. Insgesamt stiegen die Belastungen aus Großschäden um 7 Prozent auf 578 Millionen Euro, obwohl der Orkan "Kyrill" bereits im Vorjahr tiefe Spuren hinterlassen hatte.

Die Münchener Rück setzt auf eine Belebung in den nächsten Quartalen und bestätigte ihre Ziele für das Gesamtjahr: Der Überschuss werde auf 3,0 bis 3,4 (2007: 3,9) Milliarden Euro fallen und die Rendite auf das Risikokapital bei mindestens 15 Prozent liegen.

Durch die Finanzkrise steuert die Münchener Rück sicher. Auf Wertpapiere, die von der US-Hypothekenkrise betroffen sind, musste sie nur fünf Millionen Euro abschreiben. Insgesamt lagen die Verluste hier bei 166 Millionen Euro - wenig im Vergleich mit vielen anderen deutschen und ausländischen Finanzkonzernen. Der Bestand der Wertpapiere in den kritischen Märkten beträgt noch 280 Millionen Euro.

Die Münchener Rück legt den Großteil ihrer Beitragseinnahmen in festverzinslichen Wertpapieren an, nur noch 7,2 Prozent hält sie in Aktien. Wegen des Preisverfalls bei strukturierten Kreditprodukten soll das bislang verhaltene Engagement in diesem Bereich leicht ausgebaut werden. "Wir gehen dabei sehr behutsam vor und halten an unserer bewährten Skepsis gegenüber übermäßig komplexen Finanzinstrumenten fest", sagte Finanzvorstand Jörg Schneider.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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