Postbank Finanzkrise drückt den Gewinn

Die Postbank muss wegen der weltweiten Kreditmarktkrise weiter Federn lassen. Trotz eines starken Gewinnrückgangs im ersten Quartal 2008 bekräftigte die größte deutsche Filialbank am Donnerstag aber ihre Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr.

Bonn - Der Gewinn vor Steuern ging von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahresquartal um gut ein Viertel auf 166 Millionen Euro zurück, wie die Postbank  am Donnerstag in Bonn mitteilte. Der Überschuss fiel um rund 20 Prozent auf 116 Millionen Euro. Damit verdiente das Institut aber immer noch mehr als die von Reuters befragten Analysten erwartet hatten.

Grund für den Ergebnisrückgang waren Abschreibungen auf das eigene Portfolio an US-Ramschhypotheken von 48 Millionen Euro. Zudem verbuchte die Bank nach eigenen Angaben vorübergehende Wertkorrekturen von 126 Millionen Euro. Weitere finanzielle Auswirkungen der Krise in den nächsten Quartalen will sie nicht ausschließen.

Im operativen Geschäft kam das zur Deutschen Post  gehörende Geldhaus gut voran: Der Zinsüberschuss stieg um 2,6 Prozent auf 557 Millionen Euro. Das Provisionsergebnis lag mit 359 Millionen Euro knapp über dem Vorjahresniveau. Sowohl die Risikovorsorge als auch die Kosten verringerten sich. Ungeachtet der Belastungen zeigte sich die Postbank zuversichtlich, bis Jahresende einen Vorsteuergewinn von bis zu 1,2 Milliarden Euro zu erreichen. Bis 2010 solle es bis auf 1,45 Milliarden Euro steigen, bekräftigte das Institut.

Die Konkurrentin Commerzbank  hatte am Mittwoch wegen der anhaltenden Turbulenzen an den Märkten ihre Prognosen für dieses Jahr ausgesetzt. Es werde entgegen früherer Planungen sehr schwierig, 2008 das Ergebnis von 2007 zu erreichen, musste Bankchef Klaus-Peter Müller wenige Tage vor seinem Abschied aus dem Commerzbank-Management einräumen.

Institute wie die Commerzbank und die Deutsche Bank sitzen in den Startlöchern für einen möglichen Verkauf der Postbank. Post-Chef Frank Appel hatte diese Woche allerdings den Druck aus dem Kessel genommen und gesagt, dass die Bank wegen der Marktverhältnisse womöglich auf absehbare Zeit nicht veräußert werde. Nach dem Willen von Politikern soll die Bank auf jeden Fall in deutscher Hand bleiben. Postbank-Chef Wolfgang Klein hatte aber angedeutet, auch für einen europäischen Partner offen zu sein.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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