Gewinnplus Nyse profitiert von der Krise

Die größte Börse der Welt verdient kräftig an den Turbulenzen der Finanzkrise. Im ersten Quartal steigerte der aus der New Yorker Nyse und der europäischen Euronext fusionierte Marktplatz seinen Gewinn um mehr als die Hälfte.

New York/Paris - Der weltgrößte Börsenbetreiber Nyse Euronext  hat zum Jahresauftakt von der höheren Handelsaktivität durch die Finanzmarktkrise profitiert. Umsatz und Gewinn stiegen im ersten Quartal auch durch die vor einem Jahr erfolgte Fusion der New Yorker Nyse mit der europäischen Euronext deutlich. Der transatlantische Börsenbetreiber konnte den Überschuss auf 230 Millionen Dollar (148 Millionen Euro) mehr als verdreifachen. Der Umsatz kletterte um 84 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar, teilte Nyse Euronext am Dienstag in Paris und New York mit.

Das Unternehmen verglich dabei allerdings seine jüngsten Zahlen lediglich mit den früheren Nyse-Ergebnissen. Zusammen mit den Euronext-Zahlen des Vorjahres stieg der Gewinn um gut die Hälfte, der Umsatz legte um ein Viertel zu. Nyse Euronext betreibt mit der New Yorker Börse an der Wall Street den größten Aktienmarkt der Welt sowie europäische Börsen unter anderem in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon. Im Tauziehen um Euronext hatte Nyse auch die Deutsche Börse  ausgestochen.

Infolge der Kreditkrise wurden an den Finanzmärkten ungewöhnlich hohe Mengen an Wertpapieren gekauft und verkauft. Bei jeder Order verdienen die Börsen mit. Das Handelsvolumen stieg auch im April kräftig weiter. Die Aktie der erst seit gut zwei Jahren selbst börsennotierten Gesellschaft stieg am Montag zum Handelsstart um mehr als zwei Prozent auf über 69,50 Dollar.

Unter ihrem seit Dezember amtierenden Chef Duncan Niederauer kaufte Nyse Euronext kürzlich die kleinere American Stock Exchange. Niederauer rechnet in der gesamten Branche nun mit einem langsameren Tempo bei den zuletzt zahlreichen Übernahmen und Fusionen. Er selbst will sich auf die Integration der neuen Konzernteile konzentrieren und schnell die erwarteten Einsparungen von allein 250 Millionen Dollar bei der Technik erzielen. Ein guter Teil davon trug auch bereits im ersten Quartal zum Gewinn bei.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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