UBS Milliardenverlust und Stellenabbau

Die UBS ist wegen der Finanzmarktkrise wie erwartet tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust im ersten Quartal betrug rund sieben Milliarden Euro. Bis Mitte 2009 will die Schweizer Großbank nun 5500 Stellen abbauen.

Zürich - Die UBS  hat infolge der weltweiten Finanzkrise im ersten Quartal 2008 rote Zahlen geschrieben. Der Verlust habe 11,53 Milliarden Schweizer Franken (rund 7,1 Milliarden Euro) nach einem Gewinn von 3,28 Milliarden Franken im Vorjahresquartal betragen, teilte die Bank am Dienstag in Zürich mit.

Damit entspreche der Verlust dem Anfang April veröffentlichen vorläufigen Wert, teilte das in Zürich ansässige Finanzhaus am Dienstag mit. Das erste Quartal habe sich "aus diversen Gründen" schwierig gestaltet, vermeldete UBS und nannte die Abwärtsspirale am Markt für US-Hypotheken und damit zusammenhängende Instrumente, rückläufige Kapitalmarktaktivitäten, eine drastische Verminderung des M&A-Volumens sowie fallende Wertschriftenkurse und eine Abschwächung des US-Dollars sowie des britischen Pfunds gegenüber dem Schweizer Franken.

Die schweizerische Großbank hatte am Morgen des ersten April mit der Nachricht schockiert, auf vorläufiger Basis einen Verlust von 12 Milliarden Schweizer Franken verzeichnet zu haben, der auf Abschreibungen aus dem Engagement in Hypothekenkredite minderer Qualität von 19 Milliarden Franken zurückzuführen sei. Zudem kündigte die UBS seinerzeit an, es sei eine weitere Kapitalerhöhung um 15 Milliarden Franken erforderlich.

Vor allem in der Investmentbanking-Sparte haben nach Angaben der UBS die Erträge im Beratungs- und Kapitalmarktgeschäft im Vorjahresvergleich "deutlich" abgenommen.

Der im dritten Quartal 2007 eingeschlagene Weg, die Risikopositionen im Zusammenhang mit dem US-Subprime-Markt um rund 60 Prozent zu reduzieren, zeigt nach Einschätzung von UBS-Chef Marcel Rohner seine Wirkung: "Wir haben nach Eintreten der Verluste sofort reagiert und sehen bereits konkrete Resultate. Obwohl unser Engagement nach wie vor veränderlichen Marktbedingungen unterworfen ist, stoßen diese Wertschriften in gewissen Teilbereichen und zu den aktuellen Bewertungen wieder auf Nachfrage. (...) Die Führungsstruktur wurde vereinfacht, und die Bereiche, aus denen wir uns zurückziehen wollen, sind identifiziert."

Weiterhin schwieriges Umfeld befürchtet

Weiterhin schwieriges Umfeld befürchtet

Auf eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr verzichtete die UBS erneut. Die im April angekündigten roten Zahlen für das erste Quartal hatten am Markt Befürchtungen genährt, die UBS werde 2008 ebenfalls Verluste schreiben.

Die Bank teilte lediglich mit, der Jahresbeginn sei von schwierigen Bedingungen für die gesamte Finanzindustrie geprägt gewesen. Dieses Umfeld werde weiter andauern, was sich nach Einschätzung des Finanzhauses auf alle Geschäftseinheiten auswirken wird. Daher sei es nötig, die "Kosten, Ressourcen und Kapazitäten sehr aktiv zu bewirtschaften".

Im Fokus des Interesses der Analysten hatten im Vorfeld der Veröffentlichung des Erstquartalsergebnisses vor allem Aussagen der Bank zu möglichen Stellenstreichungen gestanden. Die UBS kündigte nun an, bei unveränderten Marktverhältnissen bis Mitte 2009 insgesamt rund 5.500 Mitarbeiter weniger und damit noch etwa 78.000 Personen zu beschäftigen. Im Bereich Investmentbanking würden unmittelbar 2600 Stellen gestrichen, teilte die Bank mit. Dort waren Ende 2007 knapp 22.000 Leute beschäftigt.

Hypothekenpapiere an Blackrock verkauft

Unterdessen wurde bekannt, dass die UBS Hypothekenpapiere für 15 Milliarden Dollar an den amerikanischen Assetmanager Blackrock verkauft. UBS-Chef Rohner bestätigte diesen von der "Financial Times" gemeldeten Vorgang bei einer Telefonkonferenz am Dienstagmorgen. Weitere Details zu dieser Transaktion wollte Rohner nicht nennen.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und reuters

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