Finanzkrise Familie Schuppli und die Düsselhyp

Die Finanzkrise hinterlässt weitere Spuren in der deutschen Bankenlandschaft. Neuester Fall: Die Düsseldorfer Hypothekenbank geht vorübergehend in das Eigentum des Einlagensicherungsfonds über. Die Bank ist im Zuge der Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten - jetzt wollen die Eigentümer sie verkaufen.

Düsseldorf - Der am Montagabend angekündigte Verkauf der im Zuge der Finanzkrise in Schwierigkeiten geratenen Düsseldorfer Hypothekenbank AG (Düsselhyp) sei am Dienstag von den bisherigen Eigentümern genehmigt worden, teilte die Bank in Düsseldorf mit. Bisher gehörte die Düsselhyp der Unternehmerfamilie Schuppli als Alleinaktionärin.

Die Zustimmung des Kartellamtes steht noch aus. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Bundesbank seien aber informiert gewesen und hätten den Schritt begrüßt, hieß es beim Bankenverband.

Die Düsselhyp solle nun in einem geordneten Verfahren weiterverkauft werden. Mit der Übertragung der Bank auf eine Tochter des Bankenverbandes seien die Schwierigkeiten überwunden, in die das Institut aufgrund des angespannten Marktumfeldes geraten sei, betonte der Verband.

Trotz der Probleme habe aber keine Notwendigkeit für ein Eingreifen der Bankenaufsicht bestanden, hieß es. Die Einlösung der von der Düsselhyp ausgegeben Pfandbriefe sei weiter gesichert. Der Verkauf der Düsselhyp werde nun zu einer Stärkung des deutschen Pfandbriefmarktes beitragen. Anders als forderungsbesicherte Anleihen haben Pfandbriefe bisher kaum unter der Krise am US-Hypothekenmarkt gelitten.

In einer existenzbedrohenden Lage sieht sich die Düsselhyp nicht. "Wir haben keine Liquiditätsprobleme und schreiben in den ersten Monaten dieses Jahres auch weiter schwarze Zahlen", sagte Bankvorstand Wolfgang Hampel am Dienstag. Von einer Schieflage könne keine Rede sein. Allerdings bleibe die Lage an den Märkten weiter schwierig und die Refinanzierung über den Pfandbriefmarkt teuer. "Wir glauben fest daran, dass wir durch die Finanzkrise durchkommen werden", betonte er.

Mögliches Interesse der Commerzbank

Mögliches Interesse der Commerzbank

Mit der Übertragung der Bank an den Einlagensicherungsfonds solle "der bereits seit längerem laufende Verkaufsprozess in geordnete Bahnen gelenkt werden", sagte Hampel. Immer wieder aufgekommene "Gerüchte über eine Schieflage und Liquiditätsprobleme" hätten eine Veräußerung nahezu unmöglich gemacht. Angestrebt sei ein Komplettverkauf der Bank, sagte Hampel. Zu möglichen Interessenten wollte er sich nicht äußern.

Die Folgen der Finanzkrise hatten 2007 den Gewinn der Düsseldorfer Bank, die in der Staats- und Immobilienfinanzierung tätig ist, aufgezehrt. Zur Stärkung der Kapitalbasis führte die Familie Schuppli im Februar 100 Millionen Euro zu. Weitere 50 Millionen stünden auf Abruf bereit, hieß es damals. Die Bank hat eine Bilanzsumme von knapp 27 Milliarden Euro.

Die Börse zeigte sich zunächst gelassen. Die Auswirkungen der Düsselhyp-Krise dürften begrenzt bleiben, sagte ein Händler: "Die Bilanzsumme ist mit 26,7 Milliarden Euro zwar nicht unbedeutend, allerdings scheint keine andere Bank involviert zu sein, da die Düsselhyp bisher der Unternehmensgruppe Schuppli gehörte."

Die Schuppli-Gruppe hatte erst Ende 2007 ihre Beteiligung an der EssenHyp an die Commerzbank verkauft. Zu einem möglichen Interesse an der nun zum Verkauf stehenden Düsselhyp wollte sich ein Commerzbank-Sprecher auf Nachfrage nicht äußern. "An solchen Spekulationen wollen wir uns nicht beteiligen."

Für das 49,9-Prozent-Paket an der EssenHyp hatte Schuppli Branchenkreisen zufolge rund 400 Millionen Euro erhalten. Die übrigen Anteile hielt bereits die Commerzbank. Inzwischen wurde die EssenHyp in die Commerzbank-Tochter Eurohypo integriert

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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