UBS Öffentliche Selbstanklage

Die UBS hat intern eine Serie von Fehlern im Geschäft mit US-Hypothekenverbriefungen aufgelistet, die das Geldhaus zum ersten Mal in seiner Geschichte in die Verlustzone gebracht haben. Jetzt hat die Schweizer Großbank das Dokument veröffentlicht - zwei Tage vor der Aktionärsversammlung.

Zürich - Der Bericht, der für die Schweizer Bankenaufsicht erstellt und am Montag von der UBS  veröffentlicht wurde, belegt, was immer schon angenommen wurde. Im Drang nach immer mehr Wachstum und steigenden Erträge in der Investmentbank wurde die Risikokontrolle vernachlässigt und es fehlte teilweise auch die Kompetenz dafür.

Auch als die ersten Anzeichen einer Krise sichtbar wurden, reagierte die Bank wohl auch wegen nicht eindeutiger Managementstrukturen nicht angemessen. Die von der Aussicht auf Bonuszahlungen getriebenen risikobereiten Investmentbanker wurden zu lange bankintern mit günstigem Kapital versorgt.

Das Ergebnis ist bekannt. Der größte Vermögensverwalter der Welt hat bisher rund 37 Milliarden Dollar abschreiben müssen und schloss das Jahr 2007 mit einem Verlust von rund 4,4 Milliarden Franken ab. Für das erste Quartal 2008 dürfte der Verlust bei rund zwölf Milliarden Franken liegen. Um das ertragsstarke Vermögensverwaltungsgeschäft zu schützen, hat sich das Schweizer Geldhaus bereits neues Eigenkapital beschafft und am Mittwoch sind die Aktionäre aufgerufen, einer weiteren Erhöhung um 15 Milliarden Franken und dem Verzicht auf eine Bardividende zuzustimmen. Das alles bringt der Bank, wenn auch der zweite Teil der Kapitalerhöhung glatt über die Bühne geht, insgesamt 34 Milliarden Franken neue Eigenmittel.

Der Bericht wird die Situation für den scheidenden UBS-Präsidenten nicht gemütlicher machen, wenn er am Mittwoch ein letztes Mal vor die Aktionäre treten wird, die mehr als eine Halbierung des UBS-Aktienkurses in weniger als einem Jahr hinnehmen mussten. Und sein designierter Nachfolger Peter Kurer wird den Aktionären erklären müssen, welche Lehren die Bank aus all dem gezogen hat.

Kurer steht unter Beschuss des aktivistischen Aktionärs Olivant. Der Fonds wird von dem früheren UBS-Konzernchef Luqman Arnold geleitet, der einen von außen kommenden Präsidenten fordert und den Juristen Kurer nicht für den geeigneten Mann hält, auch weil dieser in die Fehler der Vergangenheit verstrickt sei. Eine direkte Konfrontation zwischen der UBS-Spitze und dem oppositionellen Aktionär wird es aber wohl nicht geben. Arnold sagte der "NZZ am Sonntag" er werde auf der Generalversammlung in Basel nicht auftreten.

Für den Aktienkurs der UBS hatte der Bericht am Montag keine Folgen. An einer leicht festeren Börse legte die Aktie bis gegen Mittag um mehr als 1 Prozent auf 36,50 Franken zu.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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