Rohstoffe Ölpreis setzt neue Rekordmarke

Der Ölpreis hat am Montagvormittag ein Rekordhoch erreicht. Getrieben von Sorgen über Lieferengpässe und Aussagen führender Mitglieder des Förderkartells Opec stieg der Preis für ein Barrel in den USA auf 117,40 Dollar. Ein Ende des Aufschwungs ist nicht absehbar.

Hamburg - Mit 117,40 Dollar kostete ein Barrel US-Rohlöl (159 Liter) am Montag in New York fast einen Dollar mehr als am Freitag. Die Nachricht vom Freitag über eine Explosion einer Pipeline in Nigeria sowie ein drohender Streik in einer britischen Raffinerie, der den Rohölzufluss aus der Nordsee beeinträchtigen könnte, stünden hinter den Befürchtungen des Marktes, hieß es.

Hinzu kämen als preistreibende Faktoren der schwache Dollar und die technische Situation beim Ölpreis. Solange die US-Lagerbestandsdaten keine Entlastung böten, dürfte der Markt den Ölpreis weiter nach oben spielen, vermutete ein Marktexperte.

Hinzu kamen Aussagen führender Vertreter der Organisation Erdöl exportierende Länder (Opec). Der venezolanische Ölminister Rafael Ramirez etwa sagte, er halte ein Abrutschen der Ölpreise unter die Marke von 90 US-Dollar für unwahrscheinlich. Die Preise könnten wegen der gestiegenen Produktionskosten nicht mehr stärker fallen, so Ramirez am Montag. Venezuela zählt als Mitgliedstaat der Opec zu den weltweit wichtigsten Ölfördernationen. Ramirez äußerte sich am Rande des Internationalen Energieforums in Rom.

Der irakische Ölminister Hussain Al-Shahristani hat sich indes erneut gegen eine höhere Fördermenge des Ölkartells ausgesprochen. Eine Ausweitung der Fördermenge würde nicht zu einer Preissenkung beim Ölpreis führen, sagte der Minister ebenfalls am Rande des Energieforums. Der Irak zählt ebenfalls zu den Mitgliedstaaten der Opec. Die Ölpreise würden derzeit durch die Spekulation an den Rohstoffmärkten getrieben, sagte Al-Shahristani. "Dagegen kann die Opec nicht viel unternehmen." Bereits jetzt gebe es ein Überangebot an Rohöl auf den Weltmärkten.

Auch der Präsident des Ölkartells, Chakib Khelil, sah erneut keine Notwendigkeit, die Fördermengen wegen der Rekordpreise an den Ölmärkten schnell zu erhöhen. Außerdem hatte der Staatspräsident des führenden OPEC-Mitgliedsstaates Iran, Mahmud Ahmadinedschad, die Ölpreise am Wochenende auf der offiziellen Internetseite der Regierung als immer noch zu niedrig bezeichnet.

Nach den jüngsten Kommentaren der Opec-Vertreter sehen Experten vorerst kein Ende der Rekordjagd an den Ölmärkten. "Nach den jüngsten Aussagen können die Ölpreise durchaus weiter nach oben springen", sagte beispielsweise der Direktor des weltweiten Energieinformationsdienstes "Platts", Dave Ernsberger.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp

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