Erwartungen verfehlt Börse straft Nokia ab

Der weltgrößte Handyhersteller Nokia hat trotz weiter sinkender Handypreise im ersten Quartal seinen Gewinn und Umsatz gesteigert. Die Erwartungen der Märkte hat das Unternehmen aber verfehlt. Die Aktie fällt um mehr als 12 Prozent.

Helsinki - Der Umsatz von Nokia  stieg von 9,856 auf 12,660 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Helsinki mitteilte. 20 von Thomson First Call befragten Analysten hatten mit 12,781 Milliarden Euro gerechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie legte von 0,25 auf 0,32 Euro zu (Prognose 0,37 Euro). Dabei war der durchschnittliche Verkaufspreis je Mobiltelefon binnen drei Monaten von 83 auf 79 Euro gesunken (Prognose 81 Euro). Die Aktie rutschte nach den Zahlen kräftig ab und schloss 12,21 Prozent im Minuas auf 18,40 Euro. Bis Mittag hatte der Titel mit rund 2 Prozent im Plus gestanden.

Operativ verbesserte Nokia sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,272 auf 1,531 Milliarden Euro (Prognose 1,791 Milliarden Euro). Unter dem Strich verdienten die Finnen 1,222 Milliarden Euro nach 979 Millionen Euro (Prognose 1,416 Milliarden Euro).

Belastet wurde das Ergebnis nicht nur von Pensionszahlungen im Heimatland, auch die Schließung des Bochumer Nokiawerks schmälerte das Ergebnis um 81 Millionen Euro. Die Restrukturierung des Gemeinschaftsunternehmens Nokia Siemens Networks schlug mit 100 Millionen Euro zu Buche. Bereinigt um diese Sonderfaktoren wies Nokia ein Ergebnis je Aktie von 0,38 Euro aus.

27 Prozent mehr Geräte ausgeliefert

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lieferte Nokia  mit 115,5 Millionen Handys 27 Prozent mehr Geräte aus. Der Marktanteil verbesserte sich eigenen Angaben zufolge von 36 auf 39 Prozent. Gegenüber dem Schlussquartal 2007 sank er dagegen; vor drei Monaten hatte Nokia noch einen Anteil von 40 Prozent. Für das laufende zweite Quartal erwartet der Konzern wieder einen Anstieg seines Marktanteils. Den Gesamtmarkt 2008 sieht Nokia weiterhin bei 1,14 Milliarden Mobiltelefonen; dabei dürften die Gerätepreise weiter fallen.

Die Beteiligung Nokia Siemens Networks (NSN) machte im abgelaufenen ersten Quartal 74 Millionen Euro Minus nach einem ausgeglichenen operativen Ergebnis im Schlussquartal 2007. Das Vorjahr lässt sich wegen der Kürze des Zusammenschlusses nicht als Vergleichszeitraum heranziehen. Der Marktanteil von NSN soll im laufenden Jahr stabil bleiben. Bei den Synergien aus dem Zusammenschluss sieht sich Nokia auf gutem Weg, die erwarteten zwei Milliarden Euro bis zum Ende des Jahres zu erreichen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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