Bankentitel Rote Zahlen bei Merrill erwartet

Nach der Rally der Bankenwerte am Mittwoch stehen am Donnerstag neue Zahlen aus dem Sektor an. Die drittgrößte US-Investmentbank Merrill Lynch wird für das erste Quartal erneut einen Verlust vermelden, schätzen Analysten. Grund seinen Abschreibungen in Höhe von 6 bis 8 Milliarden Dollar.

New York - Die Zahlen der US-Finanzkonzerne JP Morgan und Wells Fargo waren am Mittwoch besser ausgefallen als erwartet und hatten mit dafür gesorgt, dass sich Finanzwerte auf breiter Front erholten.

Doch Anlegern bleibt nur wenig Zeit zum Durchatmen: Am Donnerstag wird die US-Bank Merrill Lynch  ihre Zahlen melden, bevor am Freitag das Schwergewicht Citigroup  die Bilanz für das erste Quartal veröffentlicht.

Sowohl Citigroup als auch Merrill dürften von der Subprime Krise stärker gebeutelt sein als etwa JP Morgan.

Merrill: Bis zu 8 Milliarden Dollar Abschreibungen

Die 16 von Thomson Financial befragten Experten gehen bei Merrill Lynch von einem Quartalsverlust in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar aus. Vor einem Jahr hatte das Institut noch 2,158 Milliarden Dollar verdient. Dann kam die Subprime-Krise. Je Aktie (verwässert) rechnen die Experten nun mit einem Minus von 1,99 Dollar nach Plus 2,26 Dollar. Die Erträge dritteln sich demnach beinahe von 9,854 auf 3,702 Milliarden Dollar.

Medienberichten zufolge muss Merrill Lynch wegen der Finanzkrise weitere 6 bis 8 Milliarden Dollar abschreiben. Die Bank erleide dadurch den dritten Quartalsverlust in Folge, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch. Die Wertberichtigungen summierten sich damit seit Oktober auf mehr als 30 Milliarden Dollar. Im Rahmen eines Sparplans wolle Merrill Lynch nun in einigen Bereichen bis zu 15 Prozent der Stellen abbauen, hieß es in dem Bericht. Über einen massiven Stellenabbau bei Merrill Lynch war mehrfach spekuliert worden.

Frisches Geld von Staatsfonds

Merrill Lynch  war nach einem Rekordverlust im Schlussquartal 2007 von fast zehn Milliarden Dollar auch im gesamten vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Haus trägt mit den Verlusten klar die rote Laterne unter den Investmentbanken. Allerdings blieb ihr im Gegensatz zum Wettbewerber Bear Stearns ein Notverkauf wegen Liquiditätsproblemen erspart.

Wegen der Krise wechselte die Bank ihren Chef aus. Der erst seit Dezember amtierende Konzernchef John Thain verschaffte der Bank Finanzspritzen in Milliardenhöhe unter anderem von ausländischen Staatsfonds. Damit stärkte er die schwache Kapitalbasis - die gleiche Strategie verfolgt die Citigroup, die am Freitag ihre Zahlen vorlegt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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