ABN Amro Hypothekentochter gibt auf

Ein weiterer Anbieter von Immobilienkrediten verabschiedet sich vom deutschen Markt und begründet das mit der weltweiten Finanzkrise. Seit Monaten schon macht die ABN-Amro-Hypotheken-Gruppe mit jedem Neuvertrag Verluste. Das, obwohl die Bank ihre Kredite offenbar nicht verbrieft.

Frankfurt am Main - Die zum niederländischen Bankriesen ABN Amro gehörende ABN-Amro-Hypotheken-Gruppe (AAHG) werde zum 22. April ihr Neugeschäft in Deutschland einstellen, sagt der geschäftsführende Direktor der Niederlassung in Deutschland, Walter Capellmann. Das berichtet das "Handelsblatt" in seiner Freitagsausgabe.

Der Grund sei die teurer gewordene Refinanzierung. "Wir hätten nie gedacht, dass uns die Krise als großer Spieler, der seine Kredite nicht verbrieft, dennoch so trifft", zitierte die Zeitung Capellmann. Bereits im Januar hatte der US-Finanzkonzern GMAC Financial Services sein Immobilienneugeschäft in Deutschland wegen der teureren Refinanzierung vorläufig eingestellt. GMAC und ABN Amro sind auf Immobilienkredite ohne Eigenkapital spezialisiert.

Die AAHG hatte die Kredite der Zeitung zufolge in die eigenen Bücher genommen und das Ausfallrisiko über Zinstauschgeschäfte (Swaps) am Kapitalmarkt abgesichert. Diese Absicherung sei so teuer geworden, dass der Kreditzins für den Kunden eigentlich auf 8,5 oder neun Prozent hätte steigen müssen, sagte Capellmann. "Wir sind schon seit Monaten nicht mehr in der Lage, den Refinanzierungsaufschlag, den wir zahlen, an den Kunden weiterzugeben." So führe jeder neue Vertrag zu Verlusten. Eine Wende zeichne sich derzeit nicht ab.

Die AAHG ist nach eigenen Angaben mit einem Hypotheken- und Finanzierungsportfolio von 80 Milliarden Euro und einem Marktanteil von fast 15 Prozent der drittgrößte niederländische Finanzdienstleister für Immobilien.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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