IKB Richter vertrösten Anleger

Die Aktionäre der IKB müssen sich gedulden. Über Schadensersatzklagen gegen die Skandalbank wird erst im Sommer entschieden. Die klagenden Investoren sollen im Schnitt zwischen 6000 und 8000 Euro mit ihren IKB-Investments verloren haben.

Düsseldorf - Die Mittelstandsbank IKB  ist ein Dreivierteljahr nach dem Ausbruch der Krise ein Fall für die Gerichte geworden. Vor dem Düsseldorfer Landgericht begann am Donnerstag der erste Schadensersatzprozess von Kleinanlegern wegen des dramatischen Kurseinbruches der IKB-Aktie. Der Richter kündigte an, am 12. Juni 2008 über die Klagen und die Zulassung eines Musterverfahrens zu entscheiden.

Nach Angaben von Rechtsanwalt Peter Kühn, der einen der Kläger vertritt, seien inzwischen über 50 Klagen für 110 IKB- Geschädigte eingegangen. Die Aktionäre sollen im Schnitt zwischen 6000 und 8000 Euro verloren haben.

Hintergrund der Schadensersatzklagen sind Aussagen des Vorstands zum Engagement der IKB am US-Markt für bonitätsschwache Immobiliendarlehen. Danach hatte die IKB am 20. Juli 2007 in einer Pressemitteilung über die vorläufigen Quartalszahlen Spekulationen über mögliche Belastungen aus ihrem subprime-Engagement zurückgewiesen. Im Vertrauen auf diese Aussagen legten zahlreiche Anleger ihr Geld bei der IKB an. Nur zehn Tage später verbreitete der Vorstand eine Gewinnwarnung wegen des Engagements der Bank auf dem US-Immobilienmarkt. Die IKB-Aktie brach ein.

Die IKB wurde durch die Mehrheitseigentümerin, die staatliche KfW- Bankengruppe, sowie der Bankenwirtschaft durch Stützungsmaßnahmen im Volumen von 8,5 Milliarden Euro vor einem drohenden Zusammenbruch bewahrt. Insgesamt werden die Risiken der Bank auf rund 10 Milliarden Euro taxiert.

Der Aufsichtsrat hatte vor wenigen Wochen jede Mitschuld an dem Debakel zurückgewiesen und den Vorstand für die Beinahe-Pleite verantwortlich gemacht. Gegen ehemalige Mitglieder des IKB-Vorstands wird auch strafrechtlich ermittelt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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