Escada Prognose reduziert

Der Modehersteller Escada hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr reduziert. Auch die Beteiligungsgesellschaft Apax soll kein Interesse mehr an dem Unternehmen haben.

München - Der Luxusmode-Hersteller Escada  hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich zurückgeschraubt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde um etwa 25 Prozent einbrechen, teilte Escada am Mittwochabend in Aschheim bei München mit. Beim Umsatz werde nun ein Rückgang um einen höheren einstelligen Prozentsatz erwartet.

Der Vorstand rechne derzeit mit einem leicht positiven Nachsteuerergebnis. Bisher hatte Escada bei Umsatz und Ebitda Zuwachsraten im unteren einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Im Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 hatte der Konzern einen Umsatz von 686,1 Millionen Euro, ein Ebitda von 68,2 Millionen Euro und einen Verlust von 27,3 Millionen Euro verbucht. Zur Begründung für die gesenkte Prognose nannte Escada das in den vergangenen Wochen weiter eingetrübte konjunkturelle Umfeld in wichtigen Märkten. Dazu zählten insbesondere "die verstärkten rezessiven Tendenzen in den USA".

Am Vormittag hatte Escada zudem mitgeteilt, die Beteiligungsgesellschaft Apax habe das Interesse an einer Übernahme des Luxusmode-Herstellers verloren. Die Gespräche über einen Einstieg des weltweit agierenden Finanzinvestors seien abgebrochen worden.

Apax verfolge seine Pläne wegen des zuletzt stark gestiegenen Aktienkurses sowie der internationalen Finanzkrise nicht weiter, die Finanzierungen von Übernahmen erschwert. Die Escada-Aktie schloss im Xetra-Handel 9,75 Prozent im Minus und war damit größter Verlierer im Kleinwerte-Index SDax. Nach der Gewinnwarnung vergrößerte das Papier im Frankfurter Parketthandel seine Verluste auf minus 14,65 Prozent und notierte bei 13,57 Euro. Wegen der Aussicht auf eine Übernahme durch Apax waren die Papiere in der Vergangenheit stark gestiegen - von 13 auf mehr als 18 Euro.

Mit fallenden Kursen könnte Escada doch wieder interessant für Apax werden, die bereits einen Blick in die Bücher der Münchner werfen durften. Apax lehnte eine Stellungnahme ab. Der Investor wollte sich Branchenkreisen zufolge die Mehrheit an Escada zusammen mit dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko sichern. Dieser hält knapp 27 Prozent an Escada. Apax wollte den Kreisen zufolge den kürzlich zurückgetretenen Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer als neuen starken Mann bei Escada installieren. Aksenenko hatte sich aber demonstrativ hinter den amtierenden Escada-Chef, den Franzosen Jean-Marc Loubier, gestellt, den er selber Mitte 2007 dort eingesetzt hatte.

Escada kann mit seiner aktuellen Kollektion bei den Kunden nicht punkten. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 war der Konzern wegen der schwachen Nachfrage in die roten Zahlen gerutscht. Loubier treibt daher den Umbau voran, bislang aber ohne zählbare Erfolge.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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