Konjunktur Geschäftsklima hellt sich auf

Trotz des starken Euro und der Finanzkrise hat sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im März erneut aufgehellt. Der Ifo-Index kletterte von 104,1 Punkten im Februar auf nunmehr 104,8 Zähler.

Berlin - Das ist bereits der dritte Anstieg in Folge. "Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Konjunktur in Deutschland mit Jahresbeginn an Schubkraft gewonnen hat", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Experten hatten wegen des anhaltend schwachen Dollar und der hohen Ölpreise mit einem Rückgang des Ifo-Index gerechnet, der als wichtigstes Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft gilt.

"Der Anstieg kommt nicht völlig überraschend. Er zeugt davon, dass die deutsche Konjunktur sehr viel krisenfester geworden ist. Die Unternehmen kommen mit all den Belastungen sehr gut zurecht im Moment. Es zahlt sich jetzt aus, dass die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Jahren moderner geworden ist", kommentierte Jörg Lüschow von der WestLB das Ergebnis des Konjunkturtests.

In der Umfrage beurteilten die 7000 Unternehmen sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten besser als im Februar: Der Index für die Lage kletterte von 110,3 auf 111,5 Punkte. Volkswirte hatten mit einem leichten Rückgang auf 109,3 gerechnet. Der Index für die Aussichten im kommenden halben Jahr stieg von 98,2 auf 98,4 Punkte. Analysten hatten hier 97,8 Punkte vorhergesagt.

Der Ifo-Konjunkturexperte Hans Günter Russ sagte am Mittwoch: "Offensichtlich ist die Finanzkrise noch nicht auf die Realwirtschaft übergesprungen." Auch der hohe Eurokurs habe sich bislang nicht sonderlich negativ bemerkbar gemacht. Die Exporterwartungen der Industrie seien nämlich dennoch erneut etwas zuversichtlicher geworden. Als wichtigstes Risiko sähen die Unternehmen derzeit die Ölpreisentwicklung. Insgesamt sprach Russ von einer Abkopplung der deutschen Wirtschaft von der in den USA. Handlungsbedarf bei den Zinsen sehe er für die Europäische Zentralbank derzeit nicht.

Im verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima wieder etwas. Die Firmen stuften ihre gegenwärtige Lage deutlich günstiger ein, mit Blick auf die zukünftige Entwicklung habe sich die Einschätzung nur wenig abgeschwächt. Trotz des hohen Eurokurses schätzten die Unternehmen ihr künftiges Exportgeschäft noch etwas optimistischer ein. Den Plänen zufolge werde der Anstieg der Beschäftigtenzahl in den nächsten Monaten anhalten.

Der Stimmungsindikator im Einzelhandel tendiere nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat unterdessen etwas nach unten. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Verschlechterung der Geschäftslage, während die Aussichten für das kommende halbe Jahr nur geringfügig weniger optimistisch eingeschätzt würden.

manager-magazin.de mit Material von reuters