Finanzkrise Credit Suisse erwartet Verlust

Die Schweizer Großbank Credit Suisse rechnet mit einem Verlust in diesem Quartal und korrigiert das Ergebnis für 2007 nach unten. Die Bank hat Händler wegen Manipulationen entlassen. Zugleich verkündet sie eine gute Nachricht - doch die verdankt sie nur dem schwachen Dollar.

Zürich - Die Schweizer Großbank Credit Suisse  rechnet im laufenden Quartal wegen der Finanzkrise mit einem Verlust. Aufgrund der schwierigen Marktlage im März gehe die Credit Suisse derzeit nicht davon aus, das Quartal mit einem Gewinn abzuschließen, teilte die Bank am Donnerstag in Zürich mit. Die Aktie der Bank brach nach der Gewinnwarnung um mehr als 7 Prozent ein.

Bis Ende Februar habe man aber unter Berücksichtigung aller Wertminderungen profitabel gearbeitet. Die Wertberichtigungen seien dabei in Franken gerechnet etwas geringer als bisher angenommen ausgefallen. Zugleich wurde das Ergebnis des Vorjahres wie zuvor angekündigt nach unten korrigiert.

Nach Abschluss der Untersuchung zur Neubewertung von forderungsbesicherten Wertpapieren (ABS) seien Abschreibungen von 2,86 Milliarden Schweizer Franken vorgenommen worden, hieß es in der Mitteilung weiter. Das seien 200 Millionen Franken weniger als ursprünglich geschätzt.

Vor einem Monat hatte die Bank die notwendigen Abschreibungen auf 2,85 Milliarden US-Dollar geschätzt. Zum damaligen Dollar-Kurs waren dies rund 3,12 Milliarden Franken. Nach dem Verfall der US-Währung der vergangenen Wochen entspricht der ursprünglich geschätzte Dollar-Betrag noch 2,86 Milliarden Franken. Von den Abschreibungen entfallen den Angaben zufolge 1,68 Milliarden Franken auf das laufende Quartal und 1,18 Milliarden Franken rückwirkend auf das Schlussquartal 2007.

Händler wegen Manipulationen entlassen

Im Februar hatte die Bank noch mit einem Gewinn im ersten Quartal gerechnet, aber bereits vor einem Gewinneinbruch gewarnt. Das bereits vorgelegte Ergebnis des Vorjahres wurde ebenfalls nach unten korrigiert und fällt nun fast 10 Prozent niedriger aus als im Februar gemeldet. Der Überschuss lag demnach nur bei 7,76 Milliarden Franken und der Vorsteuergewinn bei 9,15 Milliarden Franken. Im Februar hatte die Bank den Reingewinn noch auf 8,55 Milliarden Franken beziffert bei einem Vorsteuergebnis von 10,33 Milliarden Franken. An der bisher in Aussicht gestellten Dividende von 2,50 Franken will die Bank aber festhalten.

Credit Suisse hatte bereits eine Woche nach Vorlage der Zahlen angekündigt zu überprüfen, ob sie ihr Jahresergebnis 2007 noch einmal überarbeiten müsse.

Für die nun vorgenommenen Korrekturen macht die Bank unter anderem absichtliche Manipulationen durch einzelne Mitarbeiter verantwortlich. Die festgestellten Fehlbewertungen seien einer internen Untersuchung zufolge teilweise auf absichtliches Fehlverhalten einer kleinen Zahl von Händlern zurückzuführen sei, hieß es. Die bestehenden Kontrollen zur Verhinderung und Aufdeckung solcher Vorgänge hätten hier versagt. "Dieser Vorfall ist absolut inakzeptabel", sagte Bankchef Brady Dougan. Die Kontrollen sollen nun verbessert werden. Die betreffenden Mitarbeitenden seien bereits entlassen oder beurlaubt worden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.