Einkommen Kaufkraft sinkt kontinuierlich

Aufschwung und Wirtschaftswachstum gehen an vielen Bundesbürgern vorbei. Sie können sich immer weniger leisten. Denn die Inflation ist in den vergangenen drei Jahren deutlich schneller gestiegen als das Nettoeinkommen eines durchschnittlichen Haushalts. Die Menschen leiden also unter realen Lohneinbußen.

Berlin/München - Das Nettoeinkommen eines durchschnittlichen Arbeitnehmerhaushalts sei in den vergangenen drei Jahren deutlich langsamer gestiegen als die Teuerungsrate, räumte nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion ein. Die Angaben beruhen dem Bericht zufolge auf Zahlen aus dem Finanzministerium.

Mit anderen Worten: Die Bundesbürger können sich trotz des Wirtschaftswachstums immer weniger von ihrem Einkommen leisten.

Der Abwärtstrend bei den preisbereinigten Nettoeinkommen habe sich zuletzt sogar noch verstärkt: Konnte sich eine Familie mit zwei Kindern 2004 immerhin noch 0,4 Prozent mehr für ihr Geld leisten als ein Jahr zuvor, so nahm ihre Kaufkraft in den beiden Folgejahren um jeweils 1,1 Prozent und 2007 sogar um 1,3 Prozent ab. Ähnlich sieht es bei einem ledigen Arbeitnehmer ohne Kinder aus. Schuld an dieser Entwicklung dürften in erster Linie die gestiegenen Preise für Strom, Gas und Benzin, aber auch für Lebensmittel sein.

Auch die Steuerlast vieler Arbeitnehmer habe sich allen Reformen zum Trotz seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 nur geringfügig verringert.

So sei die Zahl derer, die auf einen Teil ihres Einkommens den Spitzensteuersatz von derzeit 42 Prozent entrichten müssten, zwischen 1993 und 2003 von 340.000 auf gut 800.000 gestiegen ist, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Heute rutsche ein Arbeitnehmer bereits dann in die Gruppe, die mit dem Spitzensatz besteuert wird, wenn er das Doppelte des durchschnittlichen Jahresarbeitslohns von gut 27.000 Euro erhalte.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen