Wall Street Rettungsplan für Ambac enttäuscht

Der wegen der Kreditkrise angeschlagene US-Anleihenversicherer Ambac will neue Aktien ausgeben und sich auf diesem Wege frisches Kapital beschaffen. Das ist nicht der von der Wall Street erhoffte Befreiungsschlag - die Indizes trudeln erneut ins Minus.

New York - Ambac plant die Ausgabe neuer Aktien, um sich aus der aktuellen Liquiditätsklemme zu befreien. Die Kapitalerhöhung soll ein Volumen von rund 1 Milliarde Dollar haben, teilte das Unternehmen am Mittwoch Abend mit. Zusätzlich biete Ambac Vermögenswerte aus seinem Bestand im Wert von 500 Millionen Dollar zum Kauf an.

Durch die Finanzspritze solle die Kapitalbasis gestärkt werden, hieß es. Ziel sei es, eine Herabstufung durch die Ratingagenturen zu verhindern. Börsianer zweifeln offenbar daran, dass dies gelingt: Die Ambac-Aktie, die am Mittwoch Abend kurzzeitig vom Handel ausgesetzt war, rutschte nach Bekanntgabe des Plans um mehr als 15 Prozent ins Minus.

Ratingagenturen prüfen Abstufung

Die Zeichnung von strukturierten Finanzprodukten werde Ambac für sechs Monaten aussetzen, kündigte das Unternehmen weiter an. Aus dem Geschäft mit Hypothekenpapieren und einigen anderen Papieren werde es sich ganz zurückziehen. Die Ratingagenturen zeigten sich wenig angetan: S&P zum Beispiel kündigte bereits am Mittwoch an, eine Abstufung von Ambac weiter zu prüfen.

Auch die US-Indizes, die am Nachmittag noch zugelegt und dem Dax  zu deutlichen Gewinnen verholfen hatten, rutschten am Abend wieder in die Verlustzone. Gegen 20.30 Uhr notierte der Dow Jones  0,2 Prozent im roten Bereich.

Händler bezweifeln, dass Ambac sein AAA Rating halten kann. "Damit ist Ambac nicht der erhoffte große Wurf gelungen. Über eine Aufspaltung wird wohl nicht mehr nachgedacht und es ist fraglich, ob die angekündigten Maßnahmen ausreichen, um das Rating zu halten und das Unternehmen damit zu retten", sagte ein Händler.

Abstufung mit weitreichenden Folgen

Zuvor hatten Spekulationen die Runde gemacht, verschiedene US-Banken würden für eine Kapitalspritze für Ambac zwei bis drei Milliarden US-Dollar bereit stellen, darunter laut Presseberichten auch die Citigroup  und UBS .

Die Aktie von Ambac Financial  hatte zum Börsenstart noch deutlich zugelegt. US-Investmentbanken haben ein vitales Interesse an einer Rettung des Monoliners, da bei einer Herabstufung von Ambac auch die dort versicherten Anleihen heruntergestuft würden - dies würde zu einem negativen Dominoeffekt führen. Auch der Ambac-Konkurrent MBIA  ist in Schwierigkeiten, der MBIA-Kurs rutschte ebenfalls ab.

Einer der Gründe, warum Ambac die Sparten für Kommunaldarlehen und für strukturierte Finanzierungen nicht trennen will, sind dem Bericht zufolge mögliche rechtliche Auseinandersetzungen nach einem solchen Schritt. Zudem müssten Banken nach einer Abspaltung der risikoreicheren Finanzierungen weitere Abschreibungen auf diese von ihnen gehaltenen Papiere vornehmen, da deren Rating dann vermutlich herabgesetzt werden würde.

Der US-Investor Warren Buffett hatte kürzlich angenommen, die Versicherungsrisiken für die Kommunaldarlehen zu übernehmen. Doch für die besonders bedrohten strukturierten Produkte hat Buffett keinen Schutzschirm angeboten - er dürfte wissen, warum.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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