Ölpreis Warten auf Wien

Am heutigen Mittwoch tagt die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) in Wien. Eine Erhöhung der Förderquoten und damit möglicherweise sinkende Preise erwartet jedoch niemand. Nach Meinung des Kartells sei die Welt gut mit Öl versorgt.

Singapur - Der amtierende Opec-Präsident Chakib Khelil hat sich gegen die Erhöhung der Förderquoten ausgesprochen. Zum Auftakt der 148. Konferenz der Organisation erdölexportierender Länder am Mittwoch sagte Khelil, der Welt- Ölmarkt sei "gut versorgt". Allerdings würden die 13 Minister des Förderkartells bei ihrem Treffen in Wien alle Optionen erörtern.

Der US-Ölpreis hat am Mittwoch trotz leichter Kursgewinne weiter unter 100 Dollar notiert. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im April kostete im frühen Handel 99,89 Dollar.

Das waren 37 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Erst am Montag war der WTI-Preis auf einen historischen Höchststand von 103,95 Dollar gestiegen.

Der Mittwoch steht deshalb laut Händlern ganz im Zeichen des Treffens der Organisation Erdöl exportierender Länder in Wien. Experten rechnen nun um so mehr damit, dass das Ölkartell seine Förderung unverändert bei knapp unter 30 Millionen Barrel pro Tag belassen wird. Eine Förderkürzung wird allerdings nicht gänzlich ausgeschlossen.

Die Verantwortung für die aktuellen Rekordpreise trage einzig der "ungeheuerliche" Spekulationshandel, sagte der saudiarabische Öl-Minister Ali al-Naimi in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der in London ansässigen arabischen Tageszeitung "Al Hayat". Dazu kämen vor allem von politischen Faktoren und dem fallenden Wert des US-Dollars beeinflusst. Grundsätzlich sei der Markt in einer gesunden Verfassung.

US-Präsident Bush hatte die voraussichtliche OPEC-Entscheidung unveränderter Förderquoten am Dienstag als "Fehler" bezeichnet und sich für eine leichte Anhebung der Opec-Förderung stark gemacht. Die USA sind der weltweit größte Ölverbraucher.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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