Adidas Alles blickt auf die EM

Der Sportausrüster Adidas will im Jahr der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele in China seinen Rekordlauf von 2007 fortsetzen. Das Unternehmen erhöht die Dividende. Anleger reagieren dennoch enttäuscht auf die Aussichten der US-Marke Reebok.

Herzogenaurach - Mit den beiden Großereignissen Fußball-EM und Olympische Spiele sei Adidas auf dem Weg zu neuen Bestwerten, sagte Vorstandschef Herbert Hainer am Mittwoch. Im vergangenen Jahr stieg der Gewinn nach Steuern um 14 Prozent auf 551 Millionen Euro und traf damit fast genau die Schätzungen der Experten. Der Konzernumsatz legte um zwei Prozent auf 10,3 Milliarden Euro zu.

Die Eigentümer sollen eine um 19 Prozent höhere Dividende von 50 Cent je Aktie bekommen. Im laufenden Jahr 2008 will Adidas den Umsatz währungsbereinigt um knapp zehn Prozent und den Überschuss um mindestens 15 Prozent steigern. Dennoch reagierten Anleger enttäuscht: Die Aktie von Adidas  gehörte am Mittwoch zu den schwächsten Titeln im Dax.

Zuversichtlich stimmen Hainer die Auftragseingänge der Kernmarke Adidas: Sie lagen Ende 2007 währungsbereinigt um 17 Prozent über dem Vorjahresniveau. Hier mache sich bereits die Fußball-EM in Österreich und der Schweiz bemerkbar. Der Fußball-Umsatz werde 2008 die Marke von 1,2 Milliarden Euro übertreffen, die 2006 zur Weltmeisterschaft in Deutschland erzielt worden war. Bei der US-Tochter Reebok fielen dagegen die Orders Ende 2007 um acht Prozent.

Neuer Chef soll US-Marke Reebok beleben

Zwei Jahre nach der Übernahme von Reebok ist Hainer noch nicht zufrieden mit der US-Marke, die Adidas gut drei Milliarden Euro gekostet hat: "Wir sind nicht da, wo wir gerne wären."

Nun soll ein neuer Chef der Marke wieder Leben einhauchen, unter anderem durch verstärkten eigenen Vertrieb in den USA und einen klareren Fokus auf Sport.

Der neue Mann ist ein Deutscher und ein Vertrauter Hainers: Der 44-jährige Uli Becker, zuletzt Marketing-Chef bei Reebok, ersetzt ab April Paul Harrington.

Wie die Rivalen Nike  und Puma  kämpft Adidas mit Umsatzrückgängen in Nordamerika, dem weltgrößten Markt für Sportartikel. Dort sanken die Erlöse 2007 um neun Prozent, während in Europa, Asien und Lateinamerika hohe Wachstumsraten erzielt wurden.

Schwieriger Markt in Nordamerika

Hainer sagte, der Negativtrend in Nordamerika dauere wohl noch sechs bis neun Monate an. Erst 2009 werde sich der Markt dort bessern. Die Branche leidet unter den Problemen bei Foot Locker. Der Sporthändler will hunderte Läden schließen und baut Lagerbestände ab. Adidas meidet Foot Locker auch, weil die Amerikaner mit Billigangeboten die Preise drücken.

2008 erwartet Adidas von Reebok wieder steigende Umsätze und einen größeren Beitrag zum Konzerngewinn. 2007 lag er nach Angaben von Finanzchef Robin Stalker über zehn Millionen Euro - in Form des operativen Gewinns, der Einsparungen nach der Fusion sowie geringeren Finanzierungskosten der Gruppe. Auf weitere Zukäufe will Adidas zunächst verzichten.

Im Kampf mit Branchenführer Nike hatte Adidas zuletzt eine Schlappe hinnehmen müssen. Die Amerikaner werden ab 2011 die französische Fußball-Nationalelf ausrüsten. Der Vize-Weltweister steht seit Jahrzehnten bei Adidas unter Vertrag. Hainer sagte, Adidas könne nur Angebote machen, die wirtschaftlich sinnvoll seien. Nike  forciert derzeit seine Aktivitäten im europäischen Fußball und hatte, wie schon im letztlich erfolglosen Ringen um das deutsche National-Team, Adidas klar überboten.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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