Börsenschluss Montag im Minus

Der Dax bleibt angeschlagen, Deutschlands bedeutendstes Börsenbarometer kann sich auch in der neuen Handelswoche nicht befreien. Zu unsicher scheint Investoren die Konjunktur. Einzig die Aktien von MAN und Volkswagen legten deutlich an Wert zu.

Frankfurt am Main - Zu Beginn der neuen Woche sind die Kurse am deutschen Aktienmarkt zumeist gesunken. Zu schlecht waren die Außenwirtschaftsdaten, als das sich die Frankfurter Börse dem entziehen konnte: Euro-Kurs  und Ölpreis haben parallel Rekordstände erreicht. Der Wert der europäischen Gemeinschaftswährung kletterte am Nachmittag zweitweise auf 1,5274 Dollar. Der Ölpreis in New York stieg auf fast 104 Dollar und übersprang in London erstmals die Marke von 102 Dollar pro Barrel.

Der Dax  verlor daraufhin bereits in den ersten Handelsminuten 1,5 Prozent auf 6650 Punkte, bis zuletzt gelang nur noch die Halbierung des Verlustes. Zum Handelsschluss schlug so ein Minus von 0,86 Prozent auf 6689,95 Punkte zu Buche.

Ähnlich schwach entwickeln sich die anderen bedeutenden deutschen Aktienindizes wie der MDax : Der Index mittelgroßer Werte verlor 0,65 Prozent auf 9034,65 Zähler. Und der Technologieindex TecDax  stand mit 768,32 Stellen genau 2 Prozent im Minus.

Kaum besser war heute zudem das Bild an den übrigen bedeutenden Aktienmärkten Europas: In Paris fiel der CAC 40  um 1 Prozent auf 4742,66 Punkte. Der Londoner FTSE 100  schloss 1,12 Prozent tiefer bei 5818,60 Zählern und der europäische Leitindex EuroStoxx 50 büßte zum Handelsschluss 1,32 Prozent auf 3675,51 Punkte ein. Der Stoxx 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, sank um 1,41 Prozent auf 3143,90 Zähler.

Gegen den Trend stemmten sich heute an der Börse in Frankfurt am Main vor allem die Anteilsscheine von MAN  und Volkswagen , die um 4,31 sowie 1,57 Prozent auf 90,98 Euro und 152,35 Euro zulegten. Zuvor war bekannt geworden, dass Volkswagen die Mehrheit am Lkw-Bauer Scania  übernimmt, an dem auch MAN maßgeblich beteiligt ist.

Porsche-Titel  verteuerten sich um 2,35 Prozent auf 116,20 Euro. Ob Volkswagen nach der Übernahme von Scania jetzt seinen ebenfalls vorhandenen Anteil an MAN ausbauen will, blieb am Montag ungewiss. "Das sind gute Nachrichten für Volkswagen und sein Lastwagengeschäft", schrieb Analyst Tim Schuldt von Equinet.

Postbank-Aktien  verloren indes am Indexende 4,09 Prozent auf 61,75 Euro. Deutsche-Post-Chef Frank Appel hatte zuvor in der Mitarbeiter-Zeitung des weltgrößten Logistikkonzerns veröffentlichen lassen, die Post  habe beim Verkauf der Postbank "absolut keinen Grund zur Eile".

EADS-Aktien gewinnen stark

EADS-Aktien gewinnen stark

Mit kräftigen Orders von EADS-Papieren  quittierten Anleger einen Milliardenauftrag des US-Militärs für das Unternehmen. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hat von der US-Luftwaffe den lukrativen Auftrag über den Bau von Tankflugzeugen ergattert. Der EADS-Kurs stieg daraufhin heute um 8,94 Prozent auf 19 Euro.

Der Preis der Fraport-Titel  stiegen um 1,26 Prozent auf 49,85 Euro. Fraport rechnet weiter mit einem Wachstum bei den Passagierzahlen von 1 bis 2 Prozent und stellte eine stabile Dividende in Aussicht.

Doch auch positive Nachrichten bewirken wenig, da der Handel heute nicht zuletzt unter den Kursverlusten in Asien litt. Vor allem an der Börse in Tokio gingen die Kurse in den Keller. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index  schloss in Tokio 4,49 Prozent im Minus bei 12.992 Zählern und damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als einem Monat. Auch die Börsen in Korea, Singapur, Hongkong und Taiwan gaben nach. Der Aktienmarkt in Shanghai hob sich ab und lag gut 2 Prozent im Plus.

Ebenfalls ein wenig niedriger als zuletzt startete auch der Aktienhandel in Amerika. In New York notierte der Dow-Jones-Industrial-Index  zuletzt etwa 0,15 Prozent im Minus bei 12.250 Punkten. Negativ fielen vor allem die Anteilsscheine von Boeing  auf, die gut 3,5 Prozent an Wert verloren; das war die Gegenreaktion zu den EADS-Kursgewinnen, nachdem das US-Unternehmen den Militärauftrag an seinen europäischen Konkurrenten verloren hatte.

Der amerikanische Mischkonzern United Technologies  gab darüber hinaus bekannt, den Geldautomaten-Hersteller Diebold  für 2,64 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Das ATM-Geschäft von Diebold passe "exzellent" in das eigene Portfolio, begründete der weltgrößte Hersteller von Fahrstühlen und Lüftungsanlagen seine Entscheidung. Das am Sonntagabend vorgelegte Angebot für den Konkurrenten des deutschen Automatenherstellers Wincor Nixdorf  beläuft sich auf 40 Dollar je Aktie und stellt damit einen 66-prozentigen Aufschlag zum Schlusskurs vom Freitag dar. An der Wall Street schoss der Aktienkurs von Diebold am Montag mehr als 60 Prozent in die Höhe. Die Wincor-Nixdorf-Aktie gewann in Frankfurt 2,5 Prozent. United Technologies sprach selbst von einer unerwünschten Offerte.

Der Aktienkurs des Hypothekenfinanzierers Thornburg Mortgage stürzte dagegen gleich um 55 Prozent ab. Das Unternehmen, das sich auf variabel verzinste Immobilienkredite spezialisiert hat, hat allein am Montag Anzeigen über eine Nachschusspflicht im Volumen von 270 Millionen Dollar erhalten. Zudem drohte ein Kreditgeber mit Vollstreckung.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,72 Prozent, nach 3,79 am vergangenen Freitag. Der Rentenindex kletterte um 0,32 Prozent auf 118,82 Punkte. Überdies setzte der Euro  seine Rekordjagd fort und kletterte in der Spitze bis auf 1,5275 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Referenzkurs dagegen auf 1,5203 Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 0,6578 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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