Krise Fannie Mae erleidet Milliardenverlust

Die fallenden US-Hauspreise haben den größten Finanzierer von Hypotheken schwer getroffen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte Fannie Mae fast vier Milliarden Dollar Verlust. Die gebeutelte Aktie brach abermals ein.

Washington - Der größte US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae  ist im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen der Immobilienkrise in den USA in die roten Zahlen gerutscht. Bei einem Nettoumsatz von 10,99 Milliarden Dollar (Vorjahreswert: 11,79 Milliarden) sei ein Verlust von 3,6 Milliarden Dollar angefallen, teilte das halbstaatliche Institut am Mittwoch mit.

Dies entspricht einem Nettoverlust von 3,80 Dollar pro Aktie. Analysten hatten lediglich mit 1,39 Dollar pro Aktie gerechnet. Unter dem Strich stand 2007 ein Minus von 2,1 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Gewinn in Höhe von 604 Millionen Dollar ausgewiesen. Im dritten Quartal betrug der Verlust 1,52 Milliarden Dollar.

Stärker als erwartet gefallene Hauspreise haben auch Konkurrent Freddie Mac  und die gesamte US-Immobilienbranche in Mitleidenschaft gezogen. Fannie Mae und Freddie Mac stehen hinter rund 40 Prozent aller US-Hypothekenkredite. Die zwei von der öffentlichen Hand gegründeten Institute besitzen staatliche Kreditgarantien. Die Finanzierer erwerben von Banken die Darlehen, bündeln sie in Wertpapieren und verkaufen diese an Investoren weiter. Gegen beide Anbieter laufen wegen möglicher Manipulationen bei Immobilienwerten Untersuchungen des New Yorker Generalstaatsanwalts Andrew Cuomo. Beide hatten wegen der Krise die Dividende gekürzt und sich dringend benötigtes frisches Kapital in Milliardenhöhe besorgt.

Wegen Zwangsversteigerungen und Kreditausfällen müssen die Finanzierer Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen. Mehr als 20 Hypothekenbanken haben bereits Insolvenz angemeldet. Das größte private Institut Countrywide Financial  wurde von der Bank of America  übernommen.

Die Schwäche auf dem amerikanischen Häusermarkt infolge der Kreditkrise werde wahrscheinlich auch noch 2008 anhalten, berichtete Fannie Mae weiter. Vorbörslich verlor die Aktie 6,93 Prozent auf 25,10 Dollar und zog die US-Börsen mit nach unten.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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