UBS/HSH Schweizer reichen Gegenklage ein

Die UBS wehrt sich jetzt auch gerichtlich gegen Vorwürfe der HSH Nordbank, sie bei einem Großinvestment getäuscht zu haben. In London reichten die Schweizer jetzt Gegenklage ein.

Zürich - Erst am Montag hatte die HSH Nordbank beim Obersten Gericht des US-Bundesstaates New York Klageschrift gegen UBS eingereicht, nach der mindestens 275 Millionen Dollar Schadenersatz von dem Zürcher Institut gefordert werden.

Anlass der Klage waren Wertverluste bei einem von UBS gemanagten Kreditportfolio. Die Landesbank wirft der UBS  und ihrer Tochter UBS Securities darin "betrügerische Handlungen" und "vorsätzliche Pflichtverletzung" im Zusammenhang mit einem Investment über 500 Millionen Dollar aus dem Jahr 2002 vor. Die Landesbank habe dadurch einen Wertverlust von mehr als 275 Millionen Dollar erlitten

Die Bank fühle sich hinsichtlich des anstehenden Rechtsstreits "wohl" in ihrer Position, teilte UBS-Sprecher mit. Die Gegenklage basiere auf einer strukturierten Transaktion mit der HSH. Man habe die Transaktion über mehrere Monate hinweg mit dem Kunden diskutiert und verhandelt.

UBS habe dabei alle vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, die Transaktion stelle keine Vertragsverletzung dar. UBS habe HSH zu einem Schlichtungsverfahren geladen, hieß es weiter.

Investiert worden waren die 500 Millionen Dollar von der Landesbank Schleswig-Holstein (LB Kiel), die im Juni 2003 mit der Hamburgischen Landesbank zur HSH Nordbank fusionierte.

Unterdessen berieten die Aktionäre der UBS am Mittwoch über eine Beteiligung des Staatsfonds von Singapur. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung soll festgelegt werden, ob Singapur damit auch größter Einzelaktionär der Großbank werden soll.

Die UBS-Leitung sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, da sie durch die US-Immobilienkrise stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gegen den Plan über eine Kapitalzufuhr in Höhe von insgesamt 13 Milliarden Franken (etwa 8,0 Milliarden Euro) durch Singapur und einen nahöstlichen Investor gibt es starke Widerstände.

Zur Abstimmung steht auch ein Antrag auf eine Sonderprüfung und die Ausrichtung einer Aktien- statt einer Bardividende. Viele Aktionäre wollen die Versammlung nutzen, um ihren Frust über die schlechten Geschäftsergebnisse los zu werden. 2007 hat die UBS einen Jahresverlust von knapp 4,4 Milliarden Franken (2,7 Milliarden Euro) vorgelegt.

manager-magazin. de mit Material von dpa und ddp.djn

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