Dresdner Bank Finanzkrise halbiert den Gewinn

Die Allianz hatte auch 2007 wenig Freude an ihrer Tochtergesellschaft Dresdner Bank. Der Gewinn brach um die Hälfte ein, weil die Bank einen Milliardenbetrag an US-Hypotheken abschreiben musste. In den Büchern lauern noch weitere Risiken. Dafür läuft das Geschäft mit Privat- und Firmenkunden besser als je zuvor.

Frankfurt am Main - Milliardenbelastungen infolge der Finanzmarktkrise haben das Allianz-Sorgenkind Dresdner Bank 2007 nach zuletzt erfolgreicher Aufholjagd wieder zurückgeworfen. Die Krise um faule US-Kredite machte Bewertungskorrekturen in Höhe von 1,275 Milliarden Euro nötig, was zu einem Gewinneinbruch führte.

"Die Finanzmarktkrise hat in unserer Bilanz deutliche Spuren hinterlassen", sagte Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter am Montag in Frankfurt. Ihr Investmentbanking, über dessen Aus immer wieder spekuliert wird, will die Dresdner stärker auf Kerngeschäftsfelder konzentrieren - etwa auf die Infrastrukturfinanzierung.

"Wir werden erst einmal mit einem weiter herausfordernden Umfeld leben müssen", sagte Walter zum Jahr 2008. Dennoch habe die Bank "unverändert ihre mittelfristigen Performance-Ziele im Blick". Angestrebt wird bis 2009 eine Erhöhung der Rendite auf das Risikokapital von mehr als 15 Prozent. 2007 lag diese bei 2,5 Prozent nach 9,2 Prozent im Jahr 2006. An den nervösen Märkten rechnet Walter im zweiten Halbjahr 2008 mit einer Erholung.

Weitere Milliarden-Bestände als kritisch bewertet

Zunächst erwartet die Bank weiteren Bedarf für Wertkorrekturen. Als kritisch gilt ein Bestand von 2,9 Milliarden Euro, in dem auch Papiere aus dem seit Monaten kriselnden Markt für zweitklassige US-Hypothekenkredite (Subprime) enthalten sind. Für Januar bezifferte Finanzvorstand Klaus Rosenfeld die erwarteten weiteren Wertberichtigungen auf maximal 350 Millionen bis 400 Millionen Euro.

Auch die Probleme bei US-Kreditversicherern, sogenannten Monolinern, könnten auf die Dresdner Bank durchschlagen: Von insgesamt 15,9 Milliarden Euro bei Monolinern versicherten sogenannten ABS-Beständen der Bank entfallen laut Rosenfeld 1,1 Milliarden auf Wertpapiere, "die wir als kritisch einstufen". Rosenfeld betonte aber mit Blick auf die bereits vorgenommenen Wertkorrekturen: "Der wirklich kritische Bestand ist weitgehend wertberichtigt."

Privatkundengeschäft läuft rund

Privatkundengeschäft läuft rund

Im vergangenen Jahr brach der Überschuss der Dresdner Bank infolge der hohen Wertberichtigungen binnen Jahresfrist von 870 Millionen auf 410 Millionen Euro ein. Auch der operative Gewinn halbierte sich fast: Nachdem er sich 2006 auf 1,35 Milliarden Euro mehr als verdoppelt hatte, schmolz er im Krisenjahr 2007 wieder auf 710 Millionen Euro zusammen. Dennoch sei dies "das zweitbeste operative Ergebnis seit dem Jahr 2000", wie Walter betonte.

Im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden sei 2007 sogar das "mit Abstand beste Jahr" in der Firmengeschichte gewesen. Der Gesamt-Kundenbestand erhöhte sich wie angestrebt um 400.000 auf 6,5 Millionen, das Geschäftsvolumen legte um 5 Prozent auf 270 Milliarden Euro zu.

Probleme im Investmentbanking

Dagegen musste der Konzern im Investmentbanking - das klassischerweise etwa das Geschäft mit Wertpapieren und die Beratung bei Fusionen umfasst - Federn lassen. "Selbstverständlich ist ein operatives Ergebnis von minus 659 Millionen Euro alles andere als akzeptabel", sagte Investmentbanking-Vorstand Stefan Jentzsch zum Ergebnis bei Dresdner Kleinwort 2007.

Ein Jahr zuvor gab es bei der Investmentbank der Dresdner noch 549 Millionen Euro operativen Gewinn. "Bevor man aber das gesamte Geschäftsmodell von Dresdner Kleinwort infrage stellt, empfiehlt sich ein differenzierter Blick auf die Bereiche", sagte Jentzsch. Die nicht von der Finanzmarktkrise betroffenen Bereiche steigerten ihre Erträge binnen Jahresfrist um 6 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro.

Der Dresdner-Bank-Mutterkonzern Allianz  hatte bereits mitgeteilt, dass bei der Dresdner Kleinwort 450 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Investmentbank hatte zuletzt weltweit etwa 6000 Mitarbeiter. Die Dresdner Bank insgesamt hatte Ende des vergangenen Jahres 26.309 Mitarbeiter und damit 1316 weniger als Ende des Jahres 2006.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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