Freitag, 18. Oktober 2019

Dresdner Bank Finanzkrise halbiert den Gewinn

Die Allianz hatte auch 2007 wenig Freude an ihrer Tochtergesellschaft Dresdner Bank. Der Gewinn brach um die Hälfte ein, weil die Bank einen Milliardenbetrag an US-Hypotheken abschreiben musste. In den Büchern lauern noch weitere Risiken. Dafür läuft das Geschäft mit Privat- und Firmenkunden besser als je zuvor.

Frankfurt am Main - Milliardenbelastungen infolge der Finanzmarktkrise haben das Allianz-Sorgenkind Dresdner Bank 2007 nach zuletzt erfolgreicher Aufholjagd wieder zurückgeworfen. Die Krise um faule US-Kredite machte Bewertungskorrekturen in Höhe von 1,275 Milliarden Euro nötig, was zu einem Gewinneinbruch führte.

Baustelle Dresdner Bank: Im Investmentbanking soll gespart werden
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Baustelle Dresdner Bank: Im Investmentbanking soll gespart werden
"Die Finanzmarktkrise hat in unserer Bilanz deutliche Spuren hinterlassen", sagte Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter am Montag in Frankfurt. Ihr Investmentbanking, über dessen Aus immer wieder spekuliert wird, will die Dresdner stärker auf Kerngeschäftsfelder konzentrieren - etwa auf die Infrastrukturfinanzierung.

"Wir werden erst einmal mit einem weiter herausfordernden Umfeld leben müssen", sagte Walter zum Jahr 2008. Dennoch habe die Bank "unverändert ihre mittelfristigen Performance-Ziele im Blick". Angestrebt wird bis 2009 eine Erhöhung der Rendite auf das Risikokapital von mehr als 15 Prozent. 2007 lag diese bei 2,5 Prozent nach 9,2 Prozent im Jahr 2006. An den nervösen Märkten rechnet Walter im zweiten Halbjahr 2008 mit einer Erholung.

Weitere Milliarden-Bestände als kritisch bewertet

Zunächst erwartet die Bank weiteren Bedarf für Wertkorrekturen. Als kritisch gilt ein Bestand von 2,9 Milliarden Euro, in dem auch Papiere aus dem seit Monaten kriselnden Markt für zweitklassige US-Hypothekenkredite (Subprime) enthalten sind. Für Januar bezifferte Finanzvorstand Klaus Rosenfeld die erwarteten weiteren Wertberichtigungen auf maximal 350 Millionen bis 400 Millionen Euro.

Auch die Probleme bei US-Kreditversicherern, sogenannten Monolinern, könnten auf die Dresdner Bank durchschlagen: Von insgesamt 15,9 Milliarden Euro bei Monolinern versicherten sogenannten ABS-Beständen der Bank entfallen laut Rosenfeld 1,1 Milliarden auf Wertpapiere, "die wir als kritisch einstufen". Rosenfeld betonte aber mit Blick auf die bereits vorgenommenen Wertkorrekturen: "Der wirklich kritische Bestand ist weitgehend wertberichtigt."

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