2007 RWE verfehlt Erwartungen

Der Essener Energiekonzern RWE hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei stagnierendem Umsatz operativ deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Gleichwohl verfehlte der Versorger die Erwartungen der Märkte. Wachsen will RWE jetzt vor allem im Ausland.

Essen - Der Energiekonzern RWE  hat bei stagnierendem Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr sein betriebliches Ergebnis weniger stark gesteigert als von Analysten erwartet. Bei Erlösen von 42,507 Milliarden Euro sei das betriebliche Ergebnis 2007 um knapp 15 Prozent auf 6,520 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Essener Konzern am Freitag mit.

Damit verfehlte der Versorger die Prognose von Analysten. Diese hatten RWE ein betriebliches Ergebnis von 6,893 Milliarden Euro zugetraut. Der Konzern kündigte an, im laufenden Jahr das betriebliche Ergebnis mindestens halten zu wollen und das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis um über 10 Prozent zu verbessern.

Zudem will RWE sein Wachstum in den kommenden Jahren mit massiven Investitionen, dem Markteintritt in neue Länder und dem Ausbau des Ökostromgeschäfts vorantreiben. Bis 2012 wolle der Versorger mehr als 30 Milliarden Euro investieren und das betriebliche Ergebnis jährlich um durchschnittlich 5 Prozent verbessern. Rund die Hälfte dieser Investitionen sollen zur Erweiterung des Geschäfts im Ausland verwendet werden.

Als neue Wachstumsmärkte hatte RWE bereits die Türkei und Griechenland ausgemacht. Das Unternehmen bekräftigte zudem, auch in dem von zahlreichen europäischen Versorgern ins Visier genommenen russischen Markt Möglichkeiten zu prüfen. Die bislang erst schwache Erzeugung aus erneuerbarer Energie soll bis 2012 mehr als verdreifacht werden.

Keine konkreten Aussagen zu möglichen Zukäufen

Konkrete Aussagen zu möglichen Zukäufen machte der Vorstand am Freitag zunächst nicht. Die Konsolidierungswelle im europäischen Versorgersektor habe vielfach zu unvertretbar hohen Preisen für Unternehmen geführt. "Wir bieten nur dann mit, wenn unsere Finanzkriterien erfüllt sind." Großmann sagte laut Redetext, RWE wolle bis 2012 den Auslandsanteil am betrieblichen Ergebnis auf rund 50 von 36 Prozent hochschrauben, um damit die Abhängigkeit vom regulierten Heimatmarkt zu verringern.

Millionen-Abschreibungen auf US-Wassertochter

RWE hat indes den Wert seiner vor dem Verkauf stehenden US-Wassertochter nach unten korrigiert. Die im vierte Quartal 2007 vorgenommene Wertberichtigung bei American Water betrage 429 Millionen Euro, sagte Finanzchef Rolf Pohlig am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in Essen. RWE bekräftigte zugleich, möglichst rasch in diesem Jahr eine Mehrheit der US-Tochter an die Börse bringen zu wollen. Davon sollten auch die Aktionäre mit einer höheren Ausschüttungsquote profitieren. RWE-Chef Jürgen Großmann hatte den ursprünglich für 2007 geplanten Börsengang im November wegen der Turbulenzen am US-Kapitalmarkt verschoben und damit die Anleger verprellt.

RWE hatte bereits am Mittwoch ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt und zudem die Dividende für 2007 auf 3,15 Euro beziffert. Diese liegt damit unter der Gewinnbeteiligung von 2006, als RWE wegen des Sonderertrags aus dem milliardenschweren Verkauf der britischen Wassertochter Thames Water 3,50 Euro gezahlt hatte.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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