US-Notenbank Wenig Wachstum - weitere Zinssenkungen

Die US-Notenbank hat ihre Wachstumsprognose für die US-Volkswirtschaft deutlich gesenkt. Der Aktienmarkt reagiert mit Gewinnen, da Investoren trotz der Inflationsgefahr nun mit weiteren Zinssenkungen rechnen. Wirtschaftswachstum sei im Wahljahr wichtiger als eine steigende Teuerungsrate, meinen Analysten.

New York - Die Wachstumserwartung liege nun bei einem Zuwachs von 1,3 bis 2 Prozent, teilte die Fed am Mittwoch Abend mit. Grund dafür seien die Probleme auf dem US-Wohnimmobilienmarkt und die Kreditkrise.

"Die Möglichkeit, dass die Häuserpreise schneller fallen könnten als erwartet, was das Vermögen der Haushalte und ihren Zugang zu Krediten reduzieren würde, wurde als signifikantes Risiko im Ausblick für Wachstum und Beschäftigung gesehen", hieß es in der Konjunkturvorhersage, die einmal im Quartal vorgelegt wird. Im November hatte die Notenbank noch mit Zuwächsen von 1,8 bis 2,5 Prozent gerechnet.

Weitere Zinssenkungen in diesem Jahr erwartet

Experten sahen in den Aussagen der Währungshüter Anzeichen für weitere Zinssenkungen. Es hänge nun davon ab, wie man das aufnehme, sagte Jack Ablin von der Privatbank Harris. "Wenn wir uns damit trösten, zu wissen, dass die Fed besorgt ist, ist das gut." Die New Yorker Börse nahm dies als positives Zeichen. Sie steckte negative Konjunkturdaten weg, Dow Jones  und Nasdaq Composite  schlossen im Plus.

Sollten sich die Wachstumsaussichten jedoch verbessern, könnte eine schnelle Aufhebung der jüngsten Zinssenkungen nötig werden, hieß es in den Protokollen zur Zinssitzung Ende Januar.

Damals hatten die Notenbanker ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf drei Prozent zurückgenommen. Bereits zuvor hatte die Fed außerplanmäßig den Leitzins ungewöhnlich stark gesenkt und den Schritt mit düsteren Konjunkturaussichten begründet.

Die Fed stecke in einem Dilemma, sagte Kevin Logan von Dresdner Kleinwort: Die Wirtschaft sei schwach, gleichzeitig ziehe die Inflation an. "Insgesamt ist klar, dass sie sich sehr stark auf die Risiken konzentrieren, und dass sie möglicherweise bereit wären, eine etwas höhere Inflation in Kauf zu nehmen, um eine Rezession in den USA zu vermeiden", sagte Währungsstratege Matthew Strauss von RBC Capital Markets.

Die Fed muss, anders als die Europäische Zentralbank, zusätzlich zum Kampf gegen die Inflation ihren Beitrag zum Wirtschaftswachstum und zur Stabilität der Finanzmärkte leisten. Als weiteres Ziel muss sie sich um eine möglichst hohe Beschäftigung kümmern.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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