Allianz Kein klares Bekenntnis zur Dresdner

Die Allianz will nach dem Rekordgewinn von acht Milliarden Euro im vergangenen Jahr die Dividende um 45 Prozent aufstocken. Der Vorstand bekräftigt seine mittelfristigen Ziele. Ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Dresdner Bank bleiben die Manager aber schuldig.

München - Europas größter Versicherer Allianz  will seine Aktionäre an dem Rekordgewinn teilhaben lassen und die Dividende kräftig erhöhen. Für die kommenden Jahre sieht sich das Unternehmen gut gerüstet, obwohl die Krise an den Finanzmärkten den Konzern im vergangenen Jahr mit Abschreibungen von 1,5 Milliarden Euro belastet hatte.

"Die Allianz ist in einer starken Position, um die Herausforderungen im Jahr 2008 zu meistern und ihre mittelfristigen Ziele zu erreichen", sagte Vorstandschef Michael Diekmann am Donnerstag in München. In stärkerem Maße als üblich beeinflussten jedoch die Finanzmärkte und ihre weitere Entwicklung die Geschäftsergebnisse.

Die Ausschüttung je Aktie soll nach Willen des Vorstands um 45 Prozent von 3,80 Euro auf 5,50 Euro steigen. "Zum vierten Mal hintereinander erhöhen wir die Dividende und zeigen damit, dass wir unsere Versprechen einhalten", sagte Diekmann. Bis 2009 soll das operative Ergebnis um jährlich 10 Prozent zulegen. Die Allianz-Aktie profitierte bei Börsenstart kaum von den Nachrichten. Kurz nach Handelsbeginn legte sie 0,44 Prozent auf 118,01 Euro zu und war damit einer der schwächsten Dax-Werte.

Analyst Konrad Becker von Merck Finck wertete es als wichtig, dass die Allianz angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten ihren Ausblick bestätigt habe. Ein anderer Analyst sagte, ihn hätten die wichtigsten Kennziffern der Versicherungsbranche wie die kombinierte Schadensquote positiv überrascht. Der Ausblick auf 2008 sei jedoch eher vorsichtig gewesen. Auch die Ankündigung der Dresdner Bank, ein von ihr verwaltetes Investmentvehikel zu stützen, wurde an der Börse als Unsicherheitsfaktor gewertet.

Die Allianz  hatte Eckdaten für das vergangene Jahr bereits Ende Januar vorgelegt. Daher waren die Gewinnzahlen keine große Überraschung. Der Umsatz - eine bisher offen gelassene Größe – wuchs um 1,5 Prozent auf 102,6 Milliarden Euro. Der Überschuss legte wie angekündigt um 13,5 Prozent auf 8 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis stieg noch etwas stärker als zuvor genannt um 9 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Das Eigenkapital ging um zwei Milliarden auf 48 Milliarden Euro zurück.

Kein klares Bekenntnis zur Dresdner Bank

Dresdner Bank: Stellenabbau im Investmentbanking

Das von der Subprime-Krise geschüttelte Banksegment schnitt letztlich leicht besser ab als im Januar angekündigt und steuerte 773 statt 750 Millionen Euro zum operativen Ergebnis bei. Davon entfielen 730 Millionen Euro auf die Dresdner Bank, deren Gewinn damit im Vergleich zum Vorjahr fast um die Hälfte einbrach. Bei dem Institut sei nur das Investmentbanking von den Turbulenzen am Kreditmarkt betroffen gewesen, betonte die Allianz in ihrer Mitteilung. In dem krisengeschüttelten Investmentbanking wird der Konzern 450 Stellen abbauen. Die Sparpläne seien zum größten Teil schon umgesetzt, hieß es weiter.

Allianz rechnet mit weiteren Abschreibungen

Von den etwa 1,5 Milliarden Euro Abschreibungen in der Subprime-Krise seien 1,3 Milliarden Euro auf die Asset Backed Securities (ABS) entfallen. Die Belastungen wirkten sich am stärksten im vierten Quartal aus. Die Banksparte rutschte dabei in die roten Zahlen und wies einen operativen Verlust von 453 Millionen Euro aus.

Allianz-Vorstand Helmut Perlet rechnet infolge der weltweiten Finanzkrise für das erste Quartal erneut mit Abschreibungen in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro. Dies sei allerdings Stand Ende Januar und könne sich bis Ende März noch ändern, sagte Perlet am Donnerstag in München.

Kein klares Bekenntnis zur Dresdner Bank

Ein klares Bekenntnis zur Dresdner Bank blieb der Allianz-Konzern am Donnerstag schuldig. Entsprechende Fragen nach der Zukunft der Bank im Münchner Versicherungskonzern wollte Konzernchef Diekmann auf der Bilanzpressekonferenz nicht kommentieren. Die Chefs der Dresdner Bank und der Investmentbank Dresdner Kleinwort hätten noch sein Vertrauen, sagte Diekmann. Bislang hatte der Vorstand stets betont, die Bank sei integraler Bestandteil des Konzerns und werde dies auch bleiben. Allianz-Finanzchef Perlet hatte zuvor in diesem Zusammenhang gesagt: "Wir legen den Fokus auf unsere langfristige Fähigkeit zur Wertschöpfung und sind zuversichtlich, dass unser Bankgeschäft diese Anforderung erfüllen wird."

Leben- und Krankenversicherung legen kräftig zu

In der Schaden- und Unfallversicherung legte der Gewinn der Allianz um 0,5 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zu. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (combined ratio) kletterte um 0,7 Prozentpunkte auf 93,6 Prozent. Dazu hatte auch die Schadenbelastung durch Naturkatastrophen beigetragen. Je weiter der Wert - ein zentraler Indikator für die Ertragskraft im reinen Versicherungsgeschäft - unter 100 Prozent liegt, desto mehr sind Aufwendungen für Schäden und Kosten allein durch Prämieneinnahmen gedeckt. Die Allianz hält an ihrem Quotenziel von höchstens 94 Prozent fest.

Die Leben- und Krankenversicherung brachte einen operativen Gewinn von drei Milliarden Euro, eine Steigerung um 16,8 Prozent. Hohe Prämieneinnahmen seien besonders in Deutschland, Frankreich und Italien erzielt worden, hieß es. Im Asset Management stieg der operative Gewinn um 5,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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