Daimler "Optimistisch trotz schwieriger Bedingungen"

Autobauer Daimler hat im vergangenen Jahr einen Milliardengewinn eingefahren. Analysten hatten allerdings mit einem höheren Ergebnis gerechnet. Für 2008 kündigt Daimler-Chef Dieter Zetsche einen deutlichen Gewinnanstieg an - trotz schwieriger Marktbedingungen. Anleger und Mitarbeiter erhalten einen saftigen Bonus.

Stuttgart - Der Stuttgarter Autobauer Daimler   rechnet trotz des hohen Euro-Kurses und der Abkühlung der Weltwirtschaft mit einem steigenden Gewinn in diesem Jahr. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) aus dem operativen Geschäft werde deutlich über dem Niveau des Jahres 2007 liegen, stellte Daimler am Donnerstag in Stuttgart in Aussicht.

"Wir sind optimistisch, dass wir trotz zum Teil schwieriger Marktbedingungen ein weiteres erfolgreiches Jahr vor uns haben", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche bei der Vorlage der vorläufigen Jahreszahlen des Autobauers. "Daimler gibt Gas", sagte Zetsche dazu. 2007 sei ein entscheidendes und richtungsweisendes Jahr gewesen. So habe man die Mehrheit an Chrysler abgegeben und damit die Risiken entscheidend verringert.

2007 hatte das Ebit einschließlich aller Sondereffekte bei 8,7 Milliarden Euro gelegen (Vorjahr: 5,0 Milliarden Euro). Der Fahrzeugverkauf werde durch die gute Nachfrage in Schwellenländern 2008 ebenfalls deutlich zunehmen, obwohl in den etablierten Märkten in Nordamerika und Europa keine Zuwächse zu erwarten seien. Der Umsatz werde deshalb in diesem Jahr nur moderat steigen.

Im Automobilgeschäft sei über die Markt- und Produktzyklen hinweg eine Umsatzrendite von durchschnittlich 9 Prozent möglich, prognostizierte der Daimler-Vorstand. Zuversichtlich stimmen den Konzern vor allem die steigenden Renditen der Pkw- und der Lkw-Sparte. In dem um drei Viertel gestiegenen Ebit im vergangenen Jahr enthalten waren Belastungen aus dem mehrheitlichen Verkauf der US-Tochter Chrysler und Erträge aus dem Verkauf von Anteilen an dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS. Analysten hatten aber im Schnitt mit einem um 500 Millionen Euro höheren Ebit gerechnet.

Saftige Mitarbeiterprämie

Saftige Mitarbeiterprämie

Überrascht wurden die Finanzexperten von einer Abschreibung von 235 Millionen Euro wegen Verzögerungen beim Airbus-Transportflugzeug A400M, an dessen Muttergesellschaft EADS Daimler beteiligt ist. Auch für die Sanierung der verkauften US-Tochter Chrysler musste Daimler noch einmal mehr als 300 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Unter dem Strich verbesserte Daimler den Gewinn 2007 auf 4,0 Milliarden von 3,8 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Davon sollen auch Aktionäre und Mitarbeiter profitieren. Die Dividende soll auf zwei Euro je Aktie steigen, nachdem Daimler viele Jahre lang regelmäßig 1,50 Euro ausgeschüttet hatte. Die Mehrheit der deutschen Beschäftigten erhält für das zurückliegende Jahr einen Bonus von 3750 Euro. 2006 waren nur 2000 Euro gezahlt worden.

Aktienrückkauf geht weiter

Mit hohen Barreserven im Rücken sieht sich der Konzern auch in der Lage, den Rückkauf eigener Aktien fortzusetzen. Die Rücklagen seien so umfangreich, dass auch nach dem Ende des laufenden Aktienrückkaufprogramms über rund 7,5 Milliarden Euro der Ankauf weiterer Anteile möglich sei.

Beim Umsatz machte Daimler im abgelaufenen Jahr keine großen Sprünge. Die Erlöse stagnierten bei 99,4 (2006: 99,2) Milliarden Euro. Dem Absatzzuwachs bei Pkw der Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach stand ein kräftiger Rückgang der Lkw-Verkaufszahlen gegenüber, da die Speditionen in Nordamerika und Japan vor der Einführung schärferer Abgasvorschriften 2006 neue Fahrzeuge angeschafft hatten.

Die Daimler-Aktie erlebte nach der Vorlage von Geschäftszahlen ein Auf und Ab. Am frühen Mittag notierte das Papier nahezu unverändert bei knapp 54 Euro. Im Handelsverlauf schwankte der Kurs zwischen einem Plus und Minus von jeweils rund 2 Prozent. Börsianern zufolge profitierten die Titel zwar von einem optimistischen Ausblick des Stuttgarter Konzerns für 2008 sowie der Ankündigung einer Dividendenerhöhung und der Fortsetzung des Aktienrückkaufprogramms. Zugleich hätten die Titel allerdings unter Gewinnmitnahmen gelitten.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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