Société Générale Kapitalerhöhung avisiert

Die französische Bank Société Générale will rund 5,5 Milliarden Euro mit neuen Aktien einnehmen. Diese Aktien sollen deutlich günstiger sein als die bislang notierten Papiere.

Paris - Die angeschlagene französische Großbank Société Générale  hat die Details ihrer angekündigten Kapitalerhöhung veröffentlicht.

Vom 21. bis zum 29. Februar können Anleger neue Aktien zum Stückpreis von 47,50 Euro erwerben, wie das Institut am Montag mitteilte. Dabei haben die Aktionäre das Recht, für vier alte ein neues Papier zu erwerben. Die Bank gibt 116 Millionen neue Aktien aus und will damit insgesamt 5,5 Milliarden Euro einnehmen. Das entspricht in etwa dem Betrag, den der Aktienhändler Jérôme Kerviel durch betrügerische Spekulationen der Bank an Schaden zugefügt hatte.

Der anvisierte Kurs liegt 38,9 Prozent unter dem Schlusskurs am Freitag. Die SocGen-Aktie brach am Montag allerdings um bis zu 6 Prozent ein. Der angebotene Abschlag auf den letzten Schlusskurs ist größer, als viele Marktteilnehmer erwartet hatten. "Das ist ein sehr, sehr niedriger Preis. Er spiegelt die mangelnde Nachfrage am Markt wider", sagte ein Wertpapierhändler. Fondsverwalter hatten vergangene Woche mit einem Rabatt von maximal 30 Prozent gerechnet.

SocGen-Konkurrent BNP Paribas hatte im März 2006 neue Aktien mit einem Abschlag von 15,5 Prozent angeboten, um seine Übernahme der italienischen Bank BNL zu finanzieren.

Gleichzeitig mit der Bekanntgabe der Details zur Kapitalerhöhung hat die Bank ihre Ziele für 2007 präzisiert. Sie erwartet nun einen Überschuss von 947 Millionen Euro im abgelaufenen Jahr. Die Abschreibungen im Zusammenhang mit Subprime-Geschäften taxiert das Institut auf 2,6 Milliarden Euro.

Zu den bereits im Januar genannten 2,05 Milliarden Euro für das vierte Quartal kommen 550 Millionen aus den ersten drei Quartalen 2007, wie die Bank am Montag mitteilte. Trotz der Abschreibungen und dem Schaden von 4,9 Milliarden Euro aus den Fehlspekulationen des Händlers Jérôme Kerviel rechnet die Société Générale mit einem Gewinn von 947 Millionen Euro. Das exakte Ergebnis könne erst nach weiteren Ermittlungen in dem Betrugsskandal genannt werden, hieß es in einer Erklärung.

Kurz nach Bekanntwerden der Betrügereien hatte die Bank noch einen Überschuss von 600 bis 800 Millionen Euro erwartet. Im Vorjahr hatte die Société Générale 5,22 Milliarden Euro verdient. Die Subprime-Belastungen hatte die Bank auf 2 Milliarden Euro geschätzt.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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