Heidelberger Druck Aktie bricht ein

Die Aktien von Heidelberger Druck sind am Dienstag nach Vorlage einer enttäuschenden Zwischenbilanz um knapp 13 Prozent eingebrochen. Der Maschinenbauer hat auf dem US-Markt mit Problemen zu kämpfen und senkte seine Prognose.

Frankfurt am Main - Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck  bekommt die Auswirkungen der Finanzkrise auf dem wichtigen US-Markt zu spüren und wird seine Ziele im laufenden Geschäftsjahr deswegen nicht mehr erreichen. Das Unternehmen teilte am Dienstag in Heidelberg mit, das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Ebit) werde 2007/08 (zum 31. März) über dem bereinigten Vorjahreswert von rund 300 Millionen Euro liegen.

Bislang hatte der Weltmarktführer einen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen um 10 bis 15 Prozent zum Vorjahreswert auf 330 bis 345 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Bis zum Mittag Uhr stürzte die Aktie um 12,83 Prozent auf 17,12 Euro ab und war mit Abstand der schwächste Wert im MDax.

Auch beim Jahresüberschuss machte der unter dem starken Euro-Wechselkurs leidende Traditionskonzern Abstriche. Der Reingewinn soll am Ende des Geschäftsjahres 4,5 bis 5,0 Prozent vom Umsatz betragen.

Bislang hatte der mit japanischen Unternehmen konkurrierende Konzern einen Anstieg der Marge auf 5 Prozent von 3,8 Prozent im Vorjahr prognostiziert. Der Umsatz soll 3,8 Milliarden Euro erreichen und damit konstant zum Vorjahreswert ausfallen. Bisher hatte der führende Hersteller von Bogendruckmaschinen ein moderates Wachstum der Erlöse prognostiziert.

In Nordamerika schlugen die Krise auf den Finanzmärkten und die wachsenden Rezessionsängste im jüngsten Geschäftsquartal auf den Auftragseingang durch. Die Investitionsbereitschaft der nordamerikanischen Printmedien-Industrie sei gesunken, teilte Heidelberger Druck mit. Zudem verschlechtere der schwache Dollar die Wettbewerbsverhältnisse.

Durch die Aufwertung des Euro können vor allem die japanischen Konkurrenten Komori und Ryobi ihre Bogendruckmaschinen preisgünstiger auf dem US-Markt anbieten.

Der Auftragseingang schrumpfte in Nordamerika im dritten Quartal (Oktober bis Dezember) um knapp ein Drittel auf 119 Millionen Euro. In Deutschland ist Heidelberger Druck dagegen auf Rekordkurs und wird voraussichtlich so viele Druckmaschinen verkaufen wie nie.

Die Erwartungen der Finanzanalysten verfehlte der fast ausschließlich in Deutschland produzierende Konzern im dritten Quartal klar. Der Umsatz sank um 3,3 Prozent auf 929 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen verringerte sich um drei Millionen Euro auf 81 Millionen Euro. Analysten hatten für die Monate Oktober bis Dezember im Schnitt einen Anstieg des Umsatzes auf 972 Millionen Euro und ein unverändertes Ergebnis vor Steuern und Zinsen in Höhe von 84 Millionen Euro erwartet.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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