Übernahmen Finanzkrise bremst Kauflust

Die Finanzkrise hat zu Beginn des Jahres die Kauflust von Unternehmen kräftig gebremst. Das Volumen angekündigter Übernahmen sank im Januar weltweit auf 164 Milliarden Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren.

Frankfurt am Main - Wie der Informationsdienstleister Thomson Financial am Dienstag mitteilte, spielen Beteiligungsfirmen wegen deren erschwerter Finanzierungsmöglichkeiten eine immer geringere Rolle. Ihr Anteil an den Übernahmen sank auf acht von knapp 20 Prozent 2007. Im Januar wurden fast ebenso viele Deals von Finanzinvestoren abgesagt wie angekündigt.

Dagegen schossen die Zukäufe von Staatsfonds aus der Golfregion und Ostasien in die Höhe. Sie gaben zu Jahresbeginn insgesamt 20,6 Milliarden Dollar für Übernahmen aus, was einem Drittel des gesamten Vorjahresvolumens entspricht. Staatsfonds aus Kuwait, Singapur, China und anderen Ländern mit hohen Devisenreserven nutzten die Krise bei einigen Großbanken zum günstigen Einstieg. Im Fokus standen dabei die Citigroup , Merrill Lynch , Morgan Stanley  und die Schweizer UBS .

Die Daten von Thomson Financial zeigen auch, dass die Verbriefungsmärkte weiter ausgetrocknet sind. Das Volumen neu begebener strukturierter Anleihen sank im Vergleich zum Dezember um knapp 55 Prozent auf 27,2 Milliarden Dollar. Auch in anderen Bereichen der Kreditmärkte zeichnete sich keine Entspannung ab. Das Volumen an Finanzinvestoren vergebener Darlehen sank auf 11,7 Milliarden Dollar. Im vergangenen Frühjahr, zum Höhepunkt des Übernahme-Booms, wurden noch fast 90 Milliarden Dollar an Krediten für Beteiligungsfirmen ausgereicht.

Die am Freitag angekündigte Übernahme von Yahoo  durch Microsoft  für knapp 45 Milliarden Dollar ist in den Januar-Daten noch nicht enthalten. Experten sehen darin den Startschuss für größere Transaktionen strategischer Investoren in diesem Jahr. Investmentbanker erwarten, dass Käufer mit ausreichender Liquidität die Abwesenheit von Finanzinvestoren für günstige Zukäufe nutzen könnten. Im Gesamtjahr dürfte das Rekordvolumen von 2007 trotzdem nicht erreicht werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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