BP 5000 Jobs nach Gewinneinbruch gestrichen

Der Betriebsgewinn von BP ist im abgelaufenen Quartal um fast eine Milliarde Dollar geringer ausgefallen als ein Jahr zuvor. Sorgen bereitet das Geschäft mit Raffinerie und Vertrieb, der höhere Ölpreis glich die gestiegenen Kosten nur teilweise aus. Der Konzern will nun 5000 Arbeitsplätze streichen und 9500 Jobs auslagern.

London - Der britische Energieriese BP  hat unter anderem wegen höherer Kosten und Sonderbelastungen einen Gewinnrückgang verzeichnet. Im vierten Quartal sank der Nettogewinn auf 2,97 Milliarden Dollar von 3,89 Milliarden Dollar im Vorjahr, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Für das Gesamtjahr sei der Gewinn um 22 Prozent auf 17,29 Milliarden Dollar gesunken.

Als Grund gab das Unternehmen einen Milliardenverlust im Downstream-Geschäft (Raffinerie und Vertrieb) an. Der auf Rekordhöhen gestiegene Ölpreis  habe die niedrigeren Margen und milliardenschwere Einmalkosten im Raffineriegeschäft allerdings zum Teil ausgeglichen.

Der Gewinn aus der Förderung von Öl und Gas (Upstream) legte von 5,063 auf 7,648 Milliarden Dollar zu. Auf der Downstream-Seite schlug allerdings ein Verlust von 1,337 Milliarden Dollar nach einem Vorjahresgewinn von 312 Millionen Dollar zu Buche.

Raffineriegeschäft in der gesamten Branche schwach

Den Löwenanteil des Verlusts verursachte eine Einmalbelastung in Höhe von 1,146 Milliarden Dollar. Dennoch steigerte BP die Quartalsdividende auf 13,525 Cent je Aktie nach 10,325 Cent vor einem Jahr.

Neben dem Raffineriegeschäft, welches bei BP wie in der gesamten Branche schwach blieb, belasteten höhere Steuern den Quartalsgewinn. Die effektive Steuerquote erhöhte sich im Schlussquartal von 25 auf 45 Prozent. Bereinigt um Einmalkosten für die Supermärkte in amerikanischen Tankstellen in Milliardenhöhe sank der Quartalsüberschuss geringfügig von 4,047 auf 4,002 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Analystenschätzung von 4,3 Milliarden Dollar.

Die Tagesproduktion stieg im vierten Quartal von 3,84 auf 3,91 Millionen Öl-Äquivalente. Auf das Gesamtjahr besehen ging die Produktion von 3,93 auf 3,82 Millionen Äquivalente zurück. Damit blieb BP am unteren Rand der eigenen Prognose von 3,8 bis 3,9 Millionen.

Hayward plant teuren Konzernumbau

BP-Chef Tony Hayward stellt für dieses Jahr einen umfassenden Konzernzumbau in Aussicht, der eine Milliarde Dollar kosten soll. Dabei sollen die Fixkosten um 15 bis 20 Prozent gedrückt werden. Dennoch will BP in diesem Jahr 21 bis 22 Milliarden Dollar investieren nach 19 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Bis Mitte 2009 will Hayward die Belegschaft um 5000 Mitarbeiter verringern und 9500 Jobs auslagern.

Nachdem BP im vergangenen Jahr 7,5 Milliarden Dollar für Rückkäufe eigener Aktien ausgegeben hatte, will Tony Hayward in diesem Jahr weiter am Markt kaufen. Die Tagesproduktion will er von zuletzt unter vier Millionen bis 2009 auf vier Millionen Fässer und bis 2012 auf 4,3 Millionen Fässer aufstocken.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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