Anleiheversicherer Wall Street atmet auf

Der weltgrößte Anleiheversicherer MBIA verbucht nach horrenden Abschreibungen einen Milliardenverlust. Die gute Nachricht ist: Das dringend benötigte Top-Rating bleibt wohl erhalten. Der Handel an der Wall Street schließt mit kräftigen Gewinnen.

New York - MBIA ist nach massiven Abschreibungen im Zuge der Kreditkrise im vierten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Für das laufende Jahr erwartet der US-Finanzkonzern ein ebenfalls schwaches Geschäft. Die dringend weiter benötigte Top-Note der internationalen Ratingagentur S&P ist nach Angaben des Finanzchefs des Bondversicherers jedoch trotz der Verluste nicht von einer Herabstufung bedroht.

Die Aktie des auch Monoliners genannten Unternehmens drehte nach den Äußerungen zum Rating-Ausblick deutlich ins Plus und zog den gesamten US-Aktienmarkt mit nach oben.Der Dow Jones , der am Donnerstag mit Verlusten in den Handel gestartet war, rückte bis kurz vor Handelsschluss um 2,0 Prozent auf 12.688 Zähler vor. Der Nasdaq Composite  verbesserte sich um 2,2 Prozent auf 2400 Punkte.

2,3 Milliarden Dollar Quartalsverlust

Den Nettofehlbetrag für das letzte Vierteljahr 2007 bezifferte das Unternehmen am Donnerstag auf 2,3 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte MBIA noch einen Gewinn von 181 Millionen Dollar verbucht. Das Minus fiel noch deutlicher aus als am Markt ohnehin erwartet und hatte damit zeitweise Befürchtungen an den Börsen verstärkt, dem Unternehmen drohe eine Rating-Herabstufung.

Ein solcher Schritt könnte das Geschäftsmodell von MBIA ins Wanken bringen: Sollte der Versicherer seine Top-Bonitätsnoten verlieren, könnte dies Investoren zwingen, die von ihm garantierten Anleihen zu verkaufen. Zugleich berichtete das Unternehmen über Abschreibungen von 3,5 Milliarden Dollar sowie neugebildete Rückstellungen von mehr als 700 Millionen Dollar.

S&P will wohl das Top-Rating beibehalten

MBIA-Finanzchef C. Edward Chaplin sagte bei einer Analystenkonferenz, dass er für das laufende Jahr ein schwaches Geschäft erwarte. Trotz des schwierigen Umfeldes gebe es aber weiter Nachfrage nach von MBIA versicherten Produkten. In den ersten drei Januarwochen habe das Unternehmen Anleihen im Wert von 700 Millionen Dollar versichert. Darüber hinaus habe ihm die Ratingagentur S&P signalisiert, dass der Kapitalplan des Unternehmens ausreiche, um die Top-Bewertung AAA zu halten. Mit der Ratingagentur Moody's wolle MBIA weiter zusammenarbeiten, um wieder die Bestnote AAA zu bekommen. Chaplin rechne mit einem "positiven" Ergebnis der Ratingüberprüfung.

Zu den von MBIA versicherten Produkten gehören Anleihen von US-Kommunen sowie gebündelte Verbraucherkredite. Erwartet wird, dass dem Unternehmen ebenso wie seinen Konkurrenten hohe Auszahlungen für Anleihen mit Bezug zum krisengebeutelten Segment der zweitklassig besicherten US-Hypothekenkredite (subprime mortgages) bevorstehen.

Der kleinere Konkurrent Ambac Financial Group hatte kürzlich nach Abschreibungen von 5,2 Milliarden Dollar einen Quartalsverlust von 3,3 Milliarden Dollar verbucht. Für MBIA arbeitet die Versicherungsaufsicht des US-Bundesstaats New York bereits mit Banken und anderen Anleiheversicherern an einem Rettungsplan.

Nach Angaben von MBIA hat die Beteiligungsfirma Warburg Pincus mittlerweile eine wichtige Finanzspritze von 500 Millionen Dollar abgeschlossen. Dieser und andere Schritte würden zusammen mit einem geringeren Kapitalbedarf wegen eines verlangsamten Geschäftswachstums dazu führen, dass das Unternehmen auch künftig die Voraussetzungen für die höchsten Bonitätsnoten übererfülle, betonte MBIA-Chef Gary Dunton.

Die MBIA-Aktie drehte im Handelsverlauf deutlich ins Plus und legte um 6,2 Prozent zu. Das Papier hatte am Mittwoch nach einem Fernsehbericht über eine bevorstehende Herabstufung massiv Federn lassen. Im vergangenen Jahr hat der Anteilsschein 81 Prozent abgegeben.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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