Banken S&P sieht mehr als 265 Milliarden Dollar Verluste

Die Verluste bei Banken und anderen Finanzhäusern dürften auf insgesamt mehr als 265 Milliarden Dollar steigen, schätzt die Ratingagentur Standard & Poor's. Zudem will S&P Papiere im Wert von 500 Milliarden Dollar, die in Zusammenhang mit faulen US-Hypotheken stehen, herabstufen.

New York - Die Krise sei noch lange nicht überwunden, weil die Banken gerade erst das nächste Kapitel in dieser Geschichte aufschlagen würden, erklärte Standard & Poors am Mittwoch.

Nach den bereits veröffentlichten Verlusten von mehr als 90 Milliarden Dollar bei mehreren Großbanken sei nun vor allem bei kleineren US-Finanzhäusern mit Hiobsbotschaften zu rechnen. Zudem dürften einige Großbanken in Europa massive Verluste ausweisen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Nach Bekanntwerden der Nachricht gaben die US-Börsenfutures deutlich nach. Der S&P 500  Futures rutschte 16 Punkte ins Minus, auch der Nasdaq Futures signalisierte einen negativen Börsenstart für Donnerstag. Auch der Dax  startete mit Verlusten in den Handel.

Abstufungen von Papieren über 500 Milliarden Dollar

Standard & Poor's will im Zusammenhang mit der US-Hypothekenkrise Papiere im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar herabstufen. Eine Verschlechterung von Ratings in dieser Größenordnung würde praktisch alle Großbanken betreffen. Sie müssten weitere Wertberichtigungen vornehmen und viele Fonds müssten die schlechter beurteilen Papiere verkaufen.

Insgesamt geht es um Wertpapiere im Wert von 533 Milliarden Dollar (360 Milliarden Euro), die zum Teil Hypotheken geringer Bonität enthalten, wie die Agentur am Mittwoch in New York mitteilte. Ein Teil sei bereits herabgestuft worden, hieß es. Wie viel noch zu erwarten war, teilte das Unternehmen nicht mit.

Ratings bezeichnen die standardisierte Beurteilung des Ausfallrisikos beziehungsweise die Wahrscheinlichkeit einer pünktlichen und vollständigen Begleichung von Schulden. Bewerter sind Rating-Agenturen wie Standard & Poors's, Fitch oder Moody's.

Die "Noten" reichen von "AAA" bis "D" und sind für das Funktionieren des Finanzsystems entscheidend. Die Macht der kaum kontrollierten Rating-Agenturen wurde zuletzt auch häufig kritisiert.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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