Kreditkrise UBS verbrennt 20 Milliarden Franken

Der weltgrößte Vermögensverwalter, die Schweizer Großbank UBS, hat in der US-Kreditkrise über 20 Milliarden Franken verbrannt. Unter dem Strich steht im Jahr 2007 ein Verlust von 4,4 Milliarden Franken. Nun muss die Bank hoffen, dass die Aktionäre eine Kapitalspritze aus Singapur gutheißen.

Zürich - Völlig überraschend hat die UBS  schon am Mittwoch und nicht wie vorgesehen erst am 14. Februar die Eckdaten des Jahresabschlusses bekannt gegeben. Die Kreditkrise hat den weltgrößten Vermögensverwalter im vergangenen Jahr erstmals in seiner zehnjährigen Geschichte in die roten Zahlen gestürzt.

Unter dem Strich werde für das Jahr 2007 voraussichtlich ein Verlust in Höhe von 4,4 Milliarden Schweizer Franken stehen, teilte das Institut am Mittwoch in Zürich mit. Im Vorjahr hatte UBS noch knapp 11,3 Milliarden Franken verdient. Das hat es auf dem Finanzplatz Schweiz noch nie gegeben. Nun muss die größte Schweizer Bank hoffen, dass die Aktionäre eine Kapitalspritze aus Singapur gutheißen.

Grund für den hohen Verlust sind höher als zuletzt angekündigt ausgefallene Belastungen im Zusammenhang mit der US-Krise um zweitklassige Immobilienkredite (Subprime). Insgesamt beliefen sich die Wertberichtigungen in Verbindung mit dem kriselnden US-Immobilienmarkt im Jahr 2007 nun auf 18,4 Milliarden Dollar (mehr als 20 Milliarden Franken oder 12,4 Milliarden Euro), sagte ein Sprecher auf Anfrage. Zu den angekündigten Abschreibungen von 4,4 Milliarden Dollar im dritten Quartal seien im Schlussquartal noch einmal rund 14 Milliarden Dollar hinzugekommen - vier Milliarden Dollar mehr als im Dezember zunächst angenommen.

Allein im Schlussquartal sei damit ein Reinverlust von 12,5 Milliarden Franken angefallen, hieß es in der Mitteilung.

Investmentbanking besonders schlecht

Besonders schlecht schnitt die Bank im Handel im Bereich Fixed Income, Currencies and Commodities (FICC) innerhalb der Investment Bank ab.

Auf die FICC-Positionen im US-Markt für zweitklassige Hypothekenkredite (Subprime) entfallen etwa zwölf Milliarden Dollar der Belastungen, zwei Milliarden Dollar kommen aus anderen Beständen hinzu, die mit dem US-Wohnimmobilienmarkt in Verbindung stehen.

Am 10. Dezember hatte die UBS  die Märkte mit ihrer Gewinnwarnung für das Jahr geschockt und zugleich ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Kapitalbasis bekannt gegeben. Zwei neue Investoren aus Asien und dem Nahen Osten sollen zusammen 13 Milliarden Franken frisches Geld zuschießen. Ferner ersetzt das Institut die Bardividende für 2007 durch eine Aktiendividende und gibt eigene Aktien, die es zurückgekauft hat, wieder aus.

Ende Dezember lag die Kernkapitalquote (Tier-1) trotz der beiden letztgenannten Maßnahmen bei für Schweizer Banken vergleichsweise niedrigen 8,8 Prozent. Zum Vergleich: Ende September hatte sie noch 10,6 Prozent betragen, Ende 2006 lag sie bei 11,9 Prozent. Das frische Geld der Investoren sowie die angekündigte Pflichtwandelanleihe, die von den Aktionären in der außerordentlichen Generalversammlung am 27. Februar abgesegnet werden soll, würden die Kapitalbasis zusätzlich stärken. Weitere Informationen will die UBS  am 14. Februar bei Vorlage der Bilanz veröffentlichen

manager-magazin.de mit Material von dpa

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