Beiersdorf "Solide, aber unspektakulär"

Beiersdorf hat seinen Umsatz und operativen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich gesteigert und die Erwartungen der Analysten damit leicht übertroffen. Während das Geschäft mit Kosmetik weiter anzog, verlangsamte sich bei der Klebesparte Tesa das Wachstum.

Hamburg - Bei um fast 8 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro gekletterten Umsatzerlösen erhöhte sich der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) im vergangenen Jahr auf 613 (Vorjahr 477) Millionen Euro, wie Beiersdorf  am Dienstag mitteilte. Ohne Sondereffekte wie die Kosten für den Konzernumbau wuchs der Betriebsgewinn auf 683 (597) Millionen Euro.

Damit lag das Unternehmen etwas über den Erwartungen. Händler vermissten jedoch einen Ausblick auf 2008.

"Die Zahlen sind solide, aber unspektakulär", fasste ein Börsianer zusammen. Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Ergebnis von 689 Millionen Euro ohne Sondereffekte gerechnet. Einschließlich der Kosten für den Konzernumbau hatten sie rund 618 Millionen erwartet.

Die Ebit-Rendite, eine der wichtigsten Kennziffern für das operative Geschäft, verbesserte sich 2007 von 11,7 auf 12,4 Prozent. Einschließlich der Sonderposten von 120 Millionen Euro für den Umbau der Produktions- und Lieferkette erhöhte sich das Ebit von 477 auf 613 Millionen Euro.

Der Jahresüberschuss stieg vor den Umbaukosten und einem Sonderertrag aus dem Verkauf von BSN Medical von 387 auf 488 Millionen Euro. Unterm Strich stieg der Überschuss von 668 auf 442 Millionen Euro.

Wachstumsmarkt Osteuropa

Wachstumsmarkt Osteuropa

Das in der Consumersparte zusammengefasste Kerngeschäft mit Pflege- und Kosmetikprodukten konnte das Wachstumstempo beschleunigen. Dank der Ausweitung der Flaggschiffmarke Nivea in Anti-Ageing- und Männerprodukte wuchs der Umsatz um 7,7 Prozent (7,1 Prozent 2006) auf 4,661 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt weitete Beiersdorf das Consumerwachstum von 7,2 auf 9,3 Prozent aus.

Insbesondere die Wachstumsregionen Osteuropa, Lateinamerika und Afrika/Asien/Australien trugen mit hohen zweistelligen Wachstumsraten dazu bei. Damit stieg die Ebit-Rendite vor Sonderposten im vergangenen Jahr von 12,1 auf 12,8 Prozent.

Das Geschäft mit Klebebändern, Tesa, verlangsamte dagegen den Wachstumsschub. Mit 846 Millionen Euro setzten die Hamburger 6,7 Prozent mehr um als im Vorjahr. 2006 konnte sich Beiersdorf noch um 7,9 Prozent steigern. Wechselkursbereinigt verblassen die Unterschiede. Nach 8,2 Prozent vor einem Jahr wuchs tesa um 8,1 Prozent. Die Ebit-Rendite legte dennoch von 9,2 auf 10,4 Prozent zu.

"Die Zahlen zeigen, dass wir erfolgreich wachsen und sie überschreiten sogar leicht unsere eigenen Erwartungen", sagte Vorstandschef Thomas Quaas. "Die Entscheidung, Beiersdorf weltweit auf Haut- und Schönheitspflege auszurichten, erweist sich als der richtige strategische Weg. Die gleichzeitig erfolgreiche Entwicklung von Tesa rundet das Gesamtbild ab."

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa