Reform Rürup will Mindestrente

Der Wirtschaftsweise Bert Rürup hält eine staatlich garantierte Mindestrente im Alter für sinnvoll – wenn die Betreffenden einige Bedingungen erfüllen. Niedrigere Rentenansprüche müssten aus Steuermitteln aufgestockt werden. Einkommen aus der privaten Altersvorsorge sollen jedoch außen vor bleiben.

Düsseldorf – Die unsteten Erwerbsbiografien sind es, die Rürup Sorgen bereiten. Oft fällt dabei der eine oder andere durch das Raster – das könnte zu großen Ungerechtigkeiten führen, befürchtet der Rentenexperte.

Wer 35 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachweise, der solle deshalb im Alter auf jeden Fall "eine Rente geringfügig über dem Niveau der Grundsicherung" von etwa 660 Euro im Monat erhalten, sagte Rürup dem "Handelsblatt". Niedrigere Rentenansprüche müssten aus Steuermitteln aufgestockt werden. Dabei dürften sonstige Einkünfte etwa aus einem Riester-Sparvertrag nicht länger verrechnet werden.

Kaum Anreiz zur eigenen Vorsorge

Das derzeitige System der Grundsicherung wirft Rürup zufolge im Alter "Probleme" auf. Weil diese Leistung nicht höher als die Sozialhilfe sei und mit anderen Einkünften verrechnet werde, gebe es für Geringverdiener keinerlei Anreize zur Eigenvorsorge. Dies sei bei der Sockelrente anders, weil hier im Unterschied zur Grundsicherung auf die Bedürftigkeitsprüfung verzichtet würde. Die Betroffenen könnten Leistungen etwa aus Riester-Verträgen zusätzlich beziehen.

Außerdem werde durch das höhere Niveau der Sockelrente die "Akzeptanz der gesetzlichen Rentenversicherung insbesondere für Geringverdiener gestärkt", argumentierte der Wirtschaftsweise.

manager-magazin.de mit Material von ddp

Tabelle: Die besten klassischen Riester-Renten

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