Mannesmann Extra-Geld für die Aktionäre

Vodafone will nach einer Übernahme einen Teil der Festnetz-Töchter von Mannesmann, Arcor und Infostrada, an der Börse verkaufen. Mit dem Erlös locken die Briten die Mannesmann-Aktionäre.

London/Düsseldorf - Die Festnetzaktivitäten von Mannesmann seien "sehr interessant". Vodafone möchte diese als Eigentümer fortsetzen. Eine Tranche von 20 bis 25 Prozent an Arcor sowie an Infostrada dürfte innerhalb von 18 Monaten nach erfolgreicher Übernahme an den Heimatbörsen platziert werden, sagte Chief Executive Chris Gent am Dienstag in Frankfurt.

Den Erlös aus der Platzierung der Festnetzaktivitäten und der Industriebereiche will Vodafone laut Gent den Aktionären der fusionierten Telekommunikationsgesellschaft zukommen lassen.

In jedem Fall will Gent sich von Orange plc trennen. Die Anteile an der britischen Mobilfunkgesellschaft sollen so schnell wie möglich bevorzugt an die Aktionäre der neuen Gesellschaft abgegeben werden. Dass der Vodafone-Board nach der Mannesmann-Offerte für Orange verstimmt gewesen sei, dementierte Gent nicht.

Gent schloss nicht aus, dass die Übernahme der Mannesmann AG durch Aufnahme eines Kredites finanziert wird. In der Londoner City zirkulierte dazu am Berichtstag ein Betrag von 30 Milliarden Dollar.

Bevor am Freitag ein neues Angebot abgegeben wird, sollen die Vodafone-Aktionäre befragt werden, um ihre Bereitschaft zur Aufstockung der Offerte auszuloten. "Wir werden aber nicht jeden Preis zahlen", betonte Gent. Die neue Offerte müsse dem ökonomischen Wert entsprechen.

Bei einem Misserfolg der Übernahmeofferte will Vodafone an den bestehenden Mobilfunk-Kooperationen festhalten. In diesem Fall werde sich die Zusammenarbeit "natürlich schwieriger" gestalten, meinte Gent.