Mannesmann Meinen es die Briten ernst?

Konzern-Chef Esser empfiehlt den Aktionären, nicht an Vodafone zu verkaufen. Den Anteilseignern bringt jedes weitere Zögern der Briten neue Kursgewinne.

London/Düsseldorf - "Wir werden unsere Aktionäre mit Verweis auf unsere großen Chancen dazu veranlassen, ihre Anteile zu halten", erklärte Konzernsprecher Manfred Söhnlein am Montag in Düsseldorf. Die Arbeitnehmervertreter des Mannesmann-Konzerns lehnten eine Übernahme kategorisch ab. Am kommenden Freitag will der Aufsichtsrat von Mannesmann über die weitere Strategie beraten.

Auf der anderen Seite rechneten Marktteilnehmer nun mit einem deutlich höheren Angebot von Vodafone, dass nach Analystenmeinung auf bis zu 300 Euro geschraubt werden könnte. Als Analysten das Kursziel mit 240 Euro angaben, brachen am Markt förmlich die Dämme. Mannesmann markierten bei 203,30 Euro ein Rekordhoch und schlossen mit 202,98 Euro um 9,54 Prozent besser.

Vodafone, die nicht im Xetra-Computer gehandelt werden, verharrten nach leichten Verlusten bei unverändert 4,72 Euro. Telekom profitierten anfangs von den Übernahmebegehrlichkeiten und zogen bis auf 52 Euro an. Dann zogen T-Aktien den Markt zwischenzeitlich nach unten, erholten sich aber auf den Schlusskurs von 51,77 Euro (1,93 Prozent Plus).

Die Vertreter der Arbeitnehmerseite würden sich bereits am Mittwoch zu einer vorbereitenden Sitzung treffen. Ladberg sagte, die Arbeitnehmerseite begrüße die Ablehnung der Übernahme durch Vorstandschef Klaus Esser.

Im Gegensatz zu ihm lehnten sie aber nicht nur eine unfreundliche, sondern auch eine einvernehmliche Übernahme ab. Es mache überhaupt keinen Sinn, einen starken und gesunden Konzern zu zerschlagen. Das hänge nicht nur vom Preis ab. Eine solche Zerschlagung wäre nach Ansicht Ladbergs die zwingende Folge eines Kaufs von Mannesmann durch Vodafone.

"Herr Esser hat die Aktionäre im Blick, wir aber die Mitarbeiter", sagte Ladberg. Sollte Vodafone sein Kauf gelingen, würde sich der Konzern aus Mannesmann nur Teile herauspicken und den Rest verscherbeln. Nicht einmal der gesamte Geschäftsbereich Telekommunikation bliebe dann verschont. Welche Auswirkungen ein solches Szenario auf die Belegschaft haben werde, könne derzeit noch nicht gesagt werden.

Mannesmann-Konzernchef Klaus Esser erklärte, man könne den Aktionären nicht empfehlen, das Wachstumspotenzial von Mannesmann aufzugeben. Das Angebot sei für die Aktionäre wertmäßig völlig unattraktiv. Mannesmann werde gemeinsam mit der britischen Mobilfunkgesellschaft Orange Plc eine Wertsteigerung erzielen, die deutlich über dem Angebot von Vodafone liege.

Bei Vodafone hieß es, es sei noch nicht über das weitere Vorgehen entschieden worden. Einige Analysten wollten auch nicht ausschließen, dass nun noch weitere internationale Telekommunikationsriesen für Mannesmann bieten werden. Genannt wurden immer wieder die amerikanischen Firmen Bell Atlantic und SBC Communications.