Consors Zahlen ohne Überraschung

Der Discountbroker hat im laufenden Jahr den Umsatz von 1998 bereits um 66 Prozent übertroffen. An der Börse hat man jedoch mehr erwartet. Der Kurs scheitert noch an der Marke von 60 Euro.

Nürnberg - In den ersten neun Monaten dieses Jahres steigerte der am Neuen Markt notierte Wertpapierhändler seinen Umsatz auf 195,9 Millionen Mark und lag damit um 66 Prozent über dem Wert des gesamten Geschäftsjahres 1998.

Analysten bewerten die Zahlen als keine grosse Überraschung. Die Reaktion der Börse war deshalb heute eher verhalten. Die Zahlen seien möglicherweise bedingt durch die Sommerpause "einen Tick" schwächer als erwartet ausgefallen, meint beispielsweise Hans-Peter Kuhlmann, zuständiger Analyst der Baden-Württembergischen Bank. Sein Anlageurteil lautet weiterhin auf "Neutral".

Mit 164,3 Millionen Mark wurden in den ersten neun Monaten 62 Prozent mehr Provisionserträge erwirtschaftet als im gesamten vergangenen Geschäftsjahr. Der Gewinn nach Steuern stieg zum Ende des dritten Quartals auf 31,4 Millionen Mark. Bereinigt um den außerordentlichen Steuereffekt aus der Verrechnung der Kosten des Börsengangs hätte das Ergebnis nach Steuern 22,1 Millionen Mark betragen (1998: 13,8 Millionen Mark). Die Zahl der Kundenkonten erhöhte sich im dritten Quartal auf rund 159 000, das sind um 85 Prozent mehr als Ende 1998.

Der mit 500 Mitarbeitern größte deutsche Wertpapierhändler im Internet will seine Expansionsstrategie weiter zügig umsetzen. In diesem Jahr hat Consors nach eigenen Angaben die Kapazitäten der Online-Orderwege um 650 Prozent ausgeweitet. Weiterer Schwerpunkt soll die Kapazitätserweiterung im Telefon-Broking sein.