Strommarkt Zehntausende wechseln

Hunderte von Stromanbietern in Deutschland erhöhen zum 1. Januar ihre Preise. Doch endlich scheinen die Kunden zu reagieren. In Massen wechseln sie zu günstigeren Unternehmen, heißt es in einem Zeitungsbericht.

Düsseldorf - Mehr als 300 Energieversorger wollen zum 1. Januar die Strompreise erhöhen. Um bis zu 38 Prozent mehr wollen die Anbieter von ihren Kunden. Im Bundesdurchschnitt würde eine Kleinfamilie immerhin 6,6 Prozent mehr bezahlen als noch Anfang 2007. Doch die Preistreiberei zeigt offenbar Wirkung. Immer weniger Verbraucher wollen sich die nächste Erhöhungswelle bieten lassen und werden auf der Suche nach günstigeren Alternativen fündig

Einem Bericht des Handelsblatt (Donnerstagausgabe) treiben die steigenden Energiepreise den neuen Anbietern offenbar massenhaft Kunden zu. Unternehmen wie Yello, E-wie-einfach oder Nuon verzeichneten rasant wachsende Zahlen, berichtet das "Handelsblatt" Vor allem in den vergangenen Wochen hätten die Anbieter wegen der von den etablierten Versorgern angekündigten Preiserhöhungen deutliche Zuwächse verbucht.

Die neue Eon-Tochter E-wie-einfach, die erst im Februar an den Markt gegangen sei, habe inzwischen rund 400.000 Kunden, berichtet das Handelsblatt (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise. Seit Oktober, als mit 250.000 zum letzten Mal eine offizielle Zahl genannt worden sei, habe das Unternehmen damit einen zusätzlichen Schub verzeichnet.

"Wir sind mit der Entwicklung von E-wie-einfach zufrieden", wurde Geschäftsführerin Marie-Luise Wolff zitiert. Beim niederländischen Versorger Nuon habe sich die Zahl neuer Kunden bei monatlich "deutlich über 10.000 stabilisiert", sagte Deutschlandchef Thomas Mecke der Zeitung.

Auch Marktführer Yello sei trotz der neuen Konkurrenz gewachsen: Die EnBW-Tochter, die jahrelang der einzige große bundesweite Anbieter war, erhöhte die Anzahl der Kunden dem Bericht zufolge im zu Ende gehenden Jahr um 160.000 auf über 1,3 Millionen.

"Wir erleben derzeit eine Abstimmung mit den Füßen", sagt Robert Mundt, der Geschäftsführer der mittelständischen FlexStrom GmbH zur Situation auf dem umkämpften Strommarkt. Schon jetzt sei absehbar, dass im Dezember mehr Haushalte den Stromanbieter wechselten als je zuvor.

manager-magazin.de mit Material von ap