Kreditkrise Superfonds-Pläne geplatzt

Der vom US-Finanzministerium und führenden US-Banken geplante Superfonds ist gescheitert. Offenbar wollten sich nicht genügend Banken daran beteiligen. Die Initiatoren des Plans erklärten dagegen, der Fonds werde nicht mehr benötigt.

New York - Nach monatelangen Vorarbeiten werde der milliardenschwere Plan aufgegeben, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag in seiner Onlineausgabe. Bis zuletzt fanden sich nicht genug Banken zur Beteiligung an dem Fonds mit einem zunächst geplanten Volumen zwischen 75 und 100 Milliarden Dollar (70 Milliarden Euro).

Die Initiatoren des Plans, die US-Finanzkonzerne Citigroup , Bank of America  und J.P. Morgan  teilten dagegen mit, der Fonds werde nicht länger benötigt. Viele Kreditinstitute hätten eigene Rettungsaktionen für die in Schieflage geratenen hypothekarisch besicherten Derivate gestartet, hieß es zur Begründung. Allerdings würden die Entwicklungen auf dem Markt weiterhin beobachtet. Der Fonds, der auch "Super-SIV" genannt wird, könne bei Bedarf wiederbelebt werden.

Die Entscheidung der Banken kommt nur vier Tage, nachdem sie einen Start des Fonds in wenigen Wochen angekündigt hatten. Die Fondsgesellschaft BlackRock wurde mit der Verwaltung des Rettungsfonds beauftragt.

Die bereits seit September geplante konzertierte Aktion sollte die Lage am festgefahrenen Markt für "Commercial Paper" entspannen. Das Geschäft mit den komplizierten, auf Hypotheken basierenden Wertpapieren betrieben die Banken über aus ihren Bilanzen ausgelagerte Spezial-Firmen ("Structured Investment Vehicles" - kurz SIV). Seit der Kreditkrise sind die Papiere praktisch unverkäuflich.

Die SIV-Gesellschaften, an denen auch einzelne deutsche Banken beteiligt sind oder waren, hielten in ihren Büchern mehrere hundert Milliarden Dollar an Wertpapieren. Mittlerweile nahm jedoch eine Reihe von Großbanken diese außer bilanziellen Werte in ihre eigenen Bücher auf - darunter auch deutsche Banken wie die WestLB.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters