Deutsche Post Aufstieg ins Luftfracht-Geschäft

Vor dem Börsengang im Herbst 2000 geht der gelbe Riese in die Luft. Mit dem 2,1 Milliarden Mark teuren Kauf der US-Firma Air Express wird die Post zum weltgrössten Luftfracht-Anbieter.

Frankfurt - Deutsche Post und Air Express International (AEI) gaben am Montag in Frankfurt die Unterzeichnung eines Übernahme- und Fusionsvertrages bekannt. Danach beträgt der Kaufpreis für das US-Unternehmen rund 2,1 Milliarden Mark. AEI soll in die Schweizer Post-Tochter Danzas integriert werden.

"Mit Air Express International gewinnt die Deutsche Post ein ideales Standbein in den USA", sagte der Vorstandsvorsitzende der Post, Klaus Zumwinkel. Die Übernahme sei ein "Meilenstein" in der Strategie, das führende internationale Logistikunternehmen zu werden. Mit der Übernahme werde das Interkontinental-Geschäft in der Luftfracht gezielt ausgebaut, erläuterte Danzas-Chef Peter Wagner.

AEI ist nach eigener Darstellung der älteste und größte internationale Luftfracht-Anbieter der USA und hat 705 Niederlassungen in 135 Ländern. Das Unternehmen besitzt keine eigenen Flugzeuge, sondern organisiert den Lufttransport. AEI erwirtschaftete 1998 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar und beschäftigt rund 7.700 Mitarbeiter.

Die Deutsche Post hat in diesem Jahr bereits Transportunternehmen in Schweden und den Niederlanden übernommen. Laut Zumwinkel wird der Deutsche Post-Konzern im kommenden Jahr einen Gesamtumsatz von 55 Milliarden Mark erzielen. Der Börsengang der Post ist für den Herbst 2000 geplant. Dabei sollen zwischen 33 und 49 Prozent der Anteile an der Börse angeboten werden.

Neuer Chief Executive Officer (CEO) von Danzas-AEI soll Renato Chiavi werden, der auch weiterhin für den Geschäftsbereich Danzas Intercontinental verantwortlich zeichnen wird. Vice Chairman bei Danzas-AEI wird Guenter Rohrmann, bislang CEO von AEI. AEI-Chairman Hendrik J. Hartong erhält bei Danzas eine Board Position, während Peter Wagner als Chairman dem zusammengeführten Unternehmen vorstehen wird.

Die Post bietet 33 Dollar je AEI-Aktie und will alle Papiere übernehmen. Die Offerte bewertet AEI um rund 30 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen vier Monate.

In den USA, dem wichtigsten Logistik-Markt, ist die Post nach der Übernahme mit zwei Standbeinen vertreten. Schon heute hält das Unternehmen 25 Prozent an dem kalifornischen Flug-Spediteur DHL Worldwide Express.