Deutsche Bahn Landtagsabgeordeter soll Schadenersatz zahlen

Eine Tochter der Bahn fordert 3,8 Millionen Mark Schadenersatz vom Thüringer CDU-Landtagsabgeordneten Willibald Böck wegen umstrittener Grundstücksgeschäfte.

Mühlhausen - In der Klage der Eisenbahn-Immobilien-Management GmbH (EIM) gehe es um die Haftung aus der Verletzung von Geschäftsführerpflichten, sagte ein Bahn-Sprecher. Die EIM, eine hundertprozentige Tochter der Bahn AG, hatte 1996 die Projektentwicklungsgesellschaft Kirchmöser (PEK) aus Brandenburg übernommen. Die PEK habe rund 6,5 Millionen Quadratmeter Immobilien der ehemaligen Deutschen Reichsbahn für die Deutsche Bahn AG vermarkten sollen. Böck, der auch Vorsitzender des Landtags-Innenausschusses ist, war von 1993 bis 1996 PEK- Geschäftsführer.

Nach Zeitungsberichten von Anfang September spricht ein Bericht des Bundesrechnungshofes von einem Millionenschaden durch die Arbeit der PEK. Laut "Spiegel" hat Böck unter anderem nicht nachvollziehbare Zahlungen an Firmen oder Personen veranlasst. Außerdem soll er Unternehmen zu überhöhten Preisen beschäftigt und für sich unrechtmäßig Übernachtungspauschalen kassiert haben.

Der 52-jährige Böck wies die Vorwürfe zurück. "Ich weiß nicht, wie diese Damen und Herren auf so etwas kommen", sagte er. Seine Anwälte stünden mit denen der EIM in Korrespondenz.