Fondsanbieter Allianz verkauft Degi

Der Allianz-Konzern verkauft seinen Immobilienfondsanbieter Degi an den britischen Vermögensverwalter Aberdeen Asset Management. Ein Fondsriese mit 20 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen entsteht. Rätselhaft ist das Timing der Allianz.

München - Die zur Allianz-Tochter Dresdner Bank gehörende Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds (Degi) werde zum 1. Januar 2008 für 110 Millionen Euro von Aberdeen übernommen, teilten die Unternehmen am Freitag mit. Der Verkauf, der noch von den Behörden genehmigt werden muss, soll spätestens im April abgeschlossen sein.

Durch die Fusion der Immobiliensparte Aberdeen Property Investors mit Degi entstehe einer der größten Immobilienfondsmanager in Europa mit rund 20 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen, hieß es in der Mitteilung. Degi verwaltet in seinen Immobilienfonds ein Gesamtvermögen von 6,4 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2006 erwirtschaftete die Fondsgesellschaft vor Steuern ein Ergebnis von 8,5 Millionen Euro. Aberdeen managt weltweit für Kunden ein Vermögen von 145 Milliarden Euro.

Allianz trennt sich von weiteren Immobilien

Am Donnerstagabend hatte die Allianz  angekündigt, sich von gut einem Viertel ihres Immobilienbesitzes zu trennen. 190 Bürogebäude in Deutschland werden für 1,7 Milliarden Euro an die zur US-Bank Goldman Sachs  gehörende Immobilienfirma Whitehall verkauft. Im August hatte der Finanzkonzern bereits vorrangig selbst genutzte Immobilien im Wert von 1,3 Milliarden Euro an die Bonner IVG Immobilien  verkauft.

In einer Kurzanalyse von Kepler Equities hieß es zu der Transaktion an Whitehall, der Zeitpunkt sei nicht überzeugend. Der Konzern habe noch nicht voll offengelegt, wie sich die Kreditkrise auf ihn auswirke. "Wir glauben, der Verkauf war nötig für das Unternehmen, um die Liquidität zu erhöhen", hieß es.

Ein Sprecher von Allianz Immobilien GmbH sagte, es gebe keinen Zusammenhang mit der Kreditkrise. "Grundsätzlich war im Frühjahr schon klar, dass man diese beiden Pakete so schnüren wird." Der Konzern habe zudem vor gut zwei Jahren mit einer Portfolio-Analyse begonnen und entschieden, dass bei Immobilien in Deutschland ein Übergewicht bestehe, das reduziert werden sollte. Der Konzern verfolge eine internationale Strategie mit einem Fokus auf Europa.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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