Deutsche Börse ISE-Übernahme abgeschlossen

Die milliardenschwere Übernahme der New Yorker Optionsbörse ISE durch die Deutsche Börse ist perfekt. Erste gemeinsame Projekte sollen Anfang 2008 bekanntgegeben werden.

Frankfurt am Main - "Wir haben eine Transaktion erfolgreich zum Abschluss gebracht, mit der die Deutsche Börse  ihre führende Position in den schnell und stetig wachsenden weltweiten Derivatemärkten weiter ausbaut, erklärte Börsen-Chef Reto Francioni am Donnerstag.

Die Deutsche Börse will mit der Übernahme der International Securities Exchange (ISE) einen Fuß in den weltweit dominierenden US-Markt setzen. Die ISE ist den Angaben zufolge die größte Börse für Aktienoptionen weltweit. In diesem Jahr legten ihre Handelsvolumina stark zu: Von Januar bis Ende November 2007 gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 35 Prozent auf 741,6 Millionen Kontrakte.

Aktienoptionen ermöglichen den Erwerb von Aktien zu einem bestimmten Übernahmepreis. Mit Börsenöffnung in den USA am Donnerstag wurde der Handel mit ISE-Stammaktien an der New York Stock Exchange (NYSE) ausgesetzt, später sollte er eingestellt werden.

Nach einer Serie von Niederlagen im Übernahmepoker der Weltbörsen hatte die Deutsche Börse Ende April den geplanten Kauf der ISE bekanntgegeben. Für den Zukauf gibt der Dax-Konzern nach früheren Angaben umgerechnet gut zwei Milliarden Euro aus. Eine der letzten Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss war die Zustimmung der US-Börsenaufsicht SEC zur Übernahme der ISE durch die Deutsche-Börse-Tochter Eurex, die vor wenigen Tagen erfolgt war.

Die Deutsche Börse will bereits kurz nach der Übernahme der ISE gemeinsame Projekte anschieben. "Die ersten gemeinsamen Initiativen sollen Anfang 2008 bekanntgegeben werden", hieß es. Der Zusammenschluss der ISE mit der Deutschen-Börse-Tochter Eurex eröffne Wachstumspotenziale durch den gegenseitigen Vertrieb bestehender und die gemeinsame Entwicklung neuer Produkte. Die ISE, die weiterhin unter der Aufsicht der SEC steht, wird vom bestehenden Management als selbstständige Tochter der Eurex geführt.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters