Holzmann Knapp vor Insolvenzverfahren

Der Baukonzern ist pleite. Nach Altlasten und "massiver Pflichtverletzung früherer Vorstandsmitglieder" hofft Holzmann nun auf die Gläubiger. 3.000 Mitarbeiter müssen gehen.

Frankfurt - Die Philipp Holzmann AG will wegen Überschuldung des Konzerns mehr als 3.000 Stellen abbauen. Das Unternehmen teilte am Montag in Frankfurt am Main mit, zur Abwendung eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens habe der Vorstand Gespräche mit den wichtigsten Bankengläubigern und Kreditversicherern aufgenommen und diesen ein "tragfähiges und zukunftsweisendes Sanierungskonzept vorgetragen". Die Deutsche Bank als einer der wichtigsten Gläubiger und Aktionär erklärte, sie werde sich wohlwollend mit der vorgeschlagenen Lösung auseinandersetzen.

Der Holzmann-Konzern berichtete weiter, nach einer zunächst ermutigend verlaufenen und operativ erfolgreichen Restrukturierung und der "spürbaren Bereinigung von Altlasten aus der Zeit bis 1996 hatte der Vorstand nach Vorlage von mehreren Gutachten Anlass zu einer grundlegenden Neubewertung".

Dies sei auch vor dem Hintergrund massiver Pflichtverletzungen früherer Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter geschehen. "Die in ihrer Dimension unvorhersehbar hohen Belastungen in Höhe von 2,4 Milliarden Mark haben zu einer Überschuldung der Philipp Holzmann AG geführt", hieß es wörtlich.

Die wichtigsten Gläubiger und Kreditversicherer müssten nun kurzfristig entscheiden, ob sie das Sanierungskonzept des Vorstandes mittragen und damit das Überleben des Philipp Holzmann-Konzerns sichern. Der Vorstand werde zu den Einzelheiten des Konzepts sofort nach Abschluss der laufenden und noch zu führenden Gespräche in einer Pressekonferenz Stellung nehmen.