Morgan Stanley Blutrotes Quartal

Die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley schreibt infolge der Kreditkrise die Rekordsumme von 9,4 Milliarden Dollar ab und rutscht tief in die roten Zahlen. Um die Finanzbasis zu stärken, erhält das Geldhaus eine milliardenschwere Kapitalspritze aus China.

New York - Die Turbulenzen an den Kreditmärkten haben der zweitgrößten US-Investmentbank Morgan Stanley  unerwartet heftige Verluste eingebrockt. Das Institut bezifferte angesichts neuer Milliarden-Abschreibungen den Verlust für das abgelaufene vierte Geschäftsquartal auf 3,59 Milliarden Dollar oder 3,61 Dollar je Aktie.

Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Verlust von 0,39 Dollar je Aktie gerechnet, nachdem das Institut vor einem Jahr noch einen Gewinn von 1,87 Dollar je Aktie erwirtschaftet hatte.

Zur Stärkung seiner Kapitalbasis gab das Institut deshalb am Mittwoch bekannt, dass die China Investment Corporation für fünf Milliarden Dollar Anteile an dem Geldhaus erwerben werde.

Das Institut räumte im Zusammenhang mit der Hypothekenkrise im vierten Quartal Abschreibungen von etwa 9,4 Milliarden Dollar ein. Davon stehen 7,8 Milliarden im Zusammenhang mit der Subprimekrise.

Anfang November hatte Morgan Stanley zunächst angekündigt, dass die Krise den Gewinn im vierten Geschäftsquartal um 2,5 Milliarden Dollar mindern werde. Allein im November beliefen sich die Abschreibungen den Angaben zufolge jedoch auf 5,7 Milliarden Dollar.

"Die Abschreibungen sind eine tiefe Enttäuschung", sagte Bankchef John Mack. Er wird in diesem Jahr auf einen Bonus verzichten. Die Milliardenverluste fielen dramatisch höher aus als von Experten erwartet. Im Vorjahr hatte die Bank noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar eingefahren. Die Aktie von Morgan Stanley ist seit Jahresbeginn um fast 30 Prozent eingebrochen. Vorbörslich pendelte sie um ihren Vortageswert von 48,07 Dollar.

Im Gegensatz zu Morgan Stanley hatte am Dienstag Goldman Sachs  einen Gewinnanstieg vermeldet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters